Arbeitslosigkeit stieg im Oktober um 6,3 Prozent. Die düstere Wirtschaftslage in Europa hat im Oktober deutliche Spuren in Österreichs Arbeitslosenstatistik hinterlassen. 249.912 Menschen waren im Vormonat arbeitslos gemeldet, um 6,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zusätzlich stieg die Zahl der Schulungsteilnehmer um 11,5 Prozent auf 72.893 Personen, somit waren im Vormonat 322.805 Menschen ohne Job (+7,5 Prozent).

Erstellt am 02. November 2012 (16:07)

Besonders betroffen waren Menschen mit geringer Berufsqualifikation, auch Leiharbeiter, Männer und Ältere hatten es am Arbeitsmarkt zunehmend schwer. Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht in Sicht.

"Die Prognosen lassen auch weiterhin nur ein sehr schwaches Wachstum erwarten, weshalb wir weiter davon ausgehen müssen, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird", sagte AMS-Chef Johannes Kopf dem Ö1-"Mittagsjournal" am Freitag.

Sozialminister Hundstorfer verwies darauf, dass Österreich nach Eurostat-Rechnung mit 4,4 Prozent nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote der EU habe, sich aber von der negativen europäischen Wirtschaftsentwicklung nicht entkoppeln könne.

Nach nationaler Definition stieg die Arbeitslosenquote im Oktober um 0,3 Punkte auf 6,7 Prozent, jene der Älteren Arbeitnehmer ebenso um 0,3 Punkte auf 7,0 Prozent. Die Generation 50plus war vom Anstieg der Arbeitslosigkeit mit +10,7 Prozent wieder stärker betroffen als Jugendliche (+4 Prozent). Dies ist laut Sozialministerium demografisch bedingt: Auf der anderen Seite fiel das Beschäftigungswachstum zur Gänze auf die Generation der Über-50-Jährigen, da es mehr Menschen in dieser Altersgruppe gibt und die Beschäftigten später in Pension gehen.

Insgesamt ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Oktober um 0,8 Prozent auf 3.479.000 Menschen gestiegen, die der aktiven unselbstständig Beschäftigten um 1,0 Prozent auf 3.385.000.