90.000 sind zurück im Job. Entspannung am heimischen Arbeitsmarkt nach Ende des Lockdowns. Job-Programme greifen. Vor-Krisen-Niveau ist aber noch fern.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 04. Mai 2021 (08:31)
Am Montag waren die Parkplätze in der SCS gut ausgelastet.
APA/Fohringer

Seit Montag ist der Ost-Lockdown (ursprünglich als „Osterruhe“ tituliert) nach einem Monat auch in Niederösterreich und Wien Geschichte. Handel und körpernahe Dienstleister haben wieder geöffnet. Und wie groß die Sehnsucht danach war, haben auch die ersten Berichte aus den Geschäften gezeigt.

Gut gefüllte Parkplätze gab es nach Angaben der Sparte Handel der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ) vor allem bei den Bau- und Gartenmärkten. Keinen Run, aber durchwegs volle Terminkalender verzeichneten die körpernahen Dienstleister.

Gastro- und Tourismus-Öffnung bringen weitere Entspannung

Johanna Mikl-Leitner
NOEN

Besonders wichtig waren die Öffnungen natürlich für den heimischen Arbeitsmarkt. 90.000 Personen arbeiten nun wieder wie gewohnt in jenen Branchen, die im Lockdown geschlossen waren, wie Arbeitsminister Martin Kocher bei einem gemeinsamen Besuch mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Martin Eichtinger (alle ÖVP) in Baden betonte: „Eine weitere Entspannung wird es dann geben, wenn im Mai Gastronomie und Tourismus öffnen können“, so Kocher.

Auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner zeigte sich erleichtert. Sie sei aufgrund der Öffnungen „sehr hoffnungsfroh, dass es Nachzieheffekte gibt und dass sehr viel konsumiert und investiert wird.“ Das würden Wirtschaftsforscher auch prognostizieren. „Die Wirtschaft soll im Herbst um 2,8 Prozent und im nächsten Jahr um 4,1 Prozent wachsen. Auf diesem Wege sei es auch wichtig, jene mitzunehmen, die durch die Pandemie arbeitslos geworden sind“, so Mikl-Leitner. Die Lehrlingsoffensive und das Programm für Langzeitarbeitslose seien zwei konkrete Lösungen dafür.

Leichte Erholung bereits im April

Martin Eichtinger
Monihart

Eine leichte Erholung am Arbeitsmarkt war bereits im abgelaufenen Monat April zu spüren. Besonders positiv ist der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Dabei zeige besonders die Investition beim Programm Jobstart erste Erfolge, wie der zuständige Landesrat Martin Eichtinger betont. Ziel sei es, Personen dauerhaft in den Betrieb und somit am Arbeitsmarkt zu integrieren. „Land und AMS stellen dafür 3,8 Millionen Euro zur Verfügung“, betont Eichtinger.

Zudem würden mit der Corona-Joboffensive Arbeitslose in zukunftsträchtigen Berufen ausgebildet werden. Ein Angebot, das gut angenommen wird, wie AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich betont: „Die Zahl der Schulungsteilnehmer ist im Vergleich zum Vorjahr um 3.000 Personen auf über 10.300 angestiegen.“ Der Vergleich mit den Zahlen vor der Coronakrise verdeutlicht aber, dass der Weg zurück noch weit ist. Nach wie vor sind in Niederösterreich um 6.556 Personen (13,9 Prozent) mehr auf Jobsuche als im April 2019.

Betrachtet man aktuell die einzelnen Bezirke, so fällt auf, dass sich die Situation im Most- und Waldviertel am schnellsten entspannt. So ging die Arbeitslosigkeit im Mostviertel im Vergleich zum Vorjahr um über 45 Prozent zurück. Im Waldviertel waren es mehr als 43 Prozent.