Mehr Frischluft für Schweine

Der Mostviertler Schweinemäster Stefan Gröbl errichtete für seine Tiere in Röhrpoint bei Pöchlarn einen Tierwohlstall. Seither leben seine Schweine viel gesünder und stressfreier.

Erstellt am 08. Oktober 2021 | 05:04
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Viele Kunden möchten sehen, wie die Tiere gehalten werden, und Stefan Gröbl zeigt ihnen dann stolz seinen Tierwohlstall. Im Bild das Innere des Stalles, eine Bucht mit strohbestreutem Vollboden.
Foto: Brigitte Wimmer

Seit mehr als 200 Jahren existiert der Familienbetrieb Gröbl in Röhrpoint bei Pöchlarn.

Stefan Gröbl, der in der Landwirtschaftsschule Gießhübl den landwirtschaftlichen Facharbeiter und Meister absolviert hat, plante schon 2015 einen emis sionsarmen Tierwohlstall. „Ich wollte immer schon so einen Stall bauen“, meint der 38-Jährige. 1.000 Euro pro Mastplatz investierte er in den Umbau. 2018 stellte er seine ersten Schweine in den neuen Stall mit den Drei-Zonen-Buchten. Dieser beherbergt zehn solche Buchten. Schweine sind soziale Tiere und eines ihrer Grundbedürfnisse ist Kontakt zu ihren Artgenossen. Jetzt, 2021, besitzt Gröbl 200 Tiere.

Die Tiere erleben Regen und Sonne

Je 20 davon teilen sich eine Bucht. Im Inneren befindet sich der mit Stroh eingestreute Ruheraum, kurz vor dem Durchgang zum Außenbereich sind die Futterstellen angebracht.

Die Schweine haben jederzeit freien Zugang zu den teilüberdachten Außenbereichen. Hier können sie Regen, Schnee, Sonne und Wind erleben. Am äußersten Rand des Freiluftteiles befinden sich die Kotecken mit Spaltboden. Unterhalb des ganzen Außenbereiches fängt ein Becken, der sogenannte Güllekeller, schließlich Kot und Urin auf. „Die Tiere sind sehr reinlich und koten immer an denselben Plätzen“, erklärt Gröbl.

Frischluft für Schweine
Schweine interessieren sich sehr für ihre Umgebung und sind äußerst reinlich.  
Brigitte Wimmer

Er betreut den Stall ohne Mithilfe. „Unsere Mastschweine haben im Tierwohlstall viel mehr Platz, bekommen frische Luft und Tageslicht“, so der Mäster. Für jedes Schwein im Röhrpoin tner Tierwohlstall stehen, obwohl es sich um einen konventionellen Betrieb handelt, rund 1,4 Quadratmeter Stallfläche zur Verfügung, „Seit ich den neuen Stall besitze“, so Gröbl, „sind die Schweine viel gesünder. Wir haben seither, außer für die Routineuntersuchungen, noch nie einen Tierarzt benötigt“, freut sich der Bauer aus dem Mostviertel.

Frischluft für Schweine
Die Tiere lieben es, zwischen dem Innenbereich und dem Außenbereich der Buchten zu wechseln: Reger „Fußgängerverkehr“ herrscht im Stall. 
Brigitte Wimmer

Die Masttiere kommen mit drei Monaten und einem Gewicht von rund 30 Kilo auf Gröbls Hof. Die Familie bezieht ihre Ferkel schon seit 40 Jahren von einem Manker Partnerbetrieb. Bei der Rasse der Tiere hat sich der Mäster für eine Kreuzung aus Duroc- und Edelschwein (Muttertier) und dem Pietrain–Rasseschwein (Vatertier) entschieden. Daher sind viele der Schweine auch dreifarbig und sehen aus, als hätten sie braune Farbkleckse am rosa Körper. So mit etwa acht Monaten und ungefähr 140 Kilogramm Lebendgewicht werden die Tiere geschlachtet.

Man schmeckt, wie gut es den Schweinen ging

Laut dem Schweinemäster ist die Fleischqualität der Tierwohlstall-Schweine viel besser als aus herkömmlichen Betrieben. „Wir schlachten nicht selbst, aber machen die Weiterverarbeitung gleich hier am Hof“, berichtet der Landwirt. Die Familie Gröbl ist Direktvermarkter und bietet ihre Produkte auch in einem Hofladen an. Frischfleisch, Würstel, Blunzn, Geselchtes, Fleisch im Glas und vieles mehr kann man vor Ort erwerben. 2021 wurde Gröbl zum Speckkaiser gekürt.

Frischluft für Schweine
Veronika Gröbl, Stefan Gröbls Mutter, betreut den Hofladen und hilft bei der Weiterverarbeitung für die Direktvermarktung. 
Brigitte Wimmer

Viele Kunden möchten auch sehen, wie die Tiere gehalten werden, und der Schweinehalter zeigt ihnen dann stolz seinen Tierwohlstall.

www.groebl-abhof.at