AUA bereitet Betriebsübergang auf Tyrolean vor. Die AUA erhöht den Druck auf ihr fliegendes Personal, bei Löhnen und Pensionen massive Zugeständnisse zu machen. Der AUA-Aufsichtsrat hat am Dienstag beschlossen, den Übergang des Flugbetriebs auf die Regionalflugtochter Tyrolean - mit ihren um ein Viertel günstigeren Kollektivverträgen - vorzubereiten. Der formale Beschluss für den Übergang soll aber nicht vor Ende März fallen.

Erstellt am 13. März 2012 (17:00)

Die AUA erhöht den Druck auf ihr fliegendes Personal, bei Löhnen und Pensionen massive Zugeständnisse zu machen. Der AUA-Aufsichtsrat hat am Dienstag beschlossen, den Übergang des Flugbetriebs auf die Regionalflugtochter Tyrolean - mit ihren um ein Viertel günstigeren Kollektivverträgen - vorzubereiten. Der formale Beschluss für den Übergang soll aber nicht vor Ende März fallen.

Bis dahin stehe die Tür für weitere Gespräche mit den Betriebsrat Bord offen, sagte Aufsichtsratschef Stefan Lauer. Lauer fliegt nun nach Frankfurt und präsentiert Vorstand und Aufsichtsrat der AUA-Mutter Lufthansa das Maßnahmenpaket der AUA, die heuer 320 Mio. Euro einsparen will. Auf diesen Betrag fehlen noch 35 bis 40 Mio. Euro.

Außerdem kündigte Lauer an, dass die AUA eine Kapitalspritze brauche. "Die AUA hat heute nicht mehr ausreichend Kapital", ohne Rekapitalisierung gebe es daher keine Zukunft für die Airline, so Lauer. Über die Größenordnung des Kapitalbedarfs wollte er sich nicht äußern. Dazu komme der Geldbedarf, um sieben neue Airbus zu leasen, damit die AUA ihre Mittelstrecke zur Gänze auf Airbus umstellen kann.

Ob der Lufthansa-Aufsichtsrat die Kapitalspritze für die AUA genehmigt, sei nun offen, weil es keine Einigung mit dem fliegenden Personal gebe. Eine bedingungslose Zustimmung erwartet Lauer nicht, denkbar wären aber eine Verschiebung der Entscheidung oder eine bedingte Zustimmung.

Bord-Betriebsratschef Karl Minhard sagte nach der Aufsichtsratssitzung, "wir werden weiter Gespräche aufnehmen, wenn das Unternehmen das möchte". Sinnvoll sei es, um Arbeitsplätze zu sichern. Ob eine Einigung realistisch ist, wollte er nicht spekulieren. "Wenn es beide Seiten wollen, wird es etwas geben". Die Belegschaft habe aber schon 50 Mio. Euro angeboten, zusätzlich zu 50 Mio. Euro aus früheren Einsparungen. Dazu kämen die 500 Mio. Euro, die der Staat der Lufthansa beim Verkauf mitgegeben habe: "Man hat den Eindruck, ein deutsches Unternehmen versucht, österreichische Gelder abzusahnen", so Minhard.

Das Problem sei, dass nicht nur die AUA für sich durch den Übergang zum Tyrolean-KV eine Alternative für Verhandlungen sehe, sondern auch viele Piloten, die derzeit von asiatischen Fluglinien, darunter Emirates, umworben würden. "Wir wollen nicht weg, aber es kann nicht sein, dass wir dermaßen abgezockt werden und mit unserem Ersparten das Unternehmen sanieren" kritisiert Minhard. Streik ist für ihn weiter kein Thema.