AUA sieht sich durch Emirates bedroht. Durch den Vormarsch der Golf-Airline Emirates sieht die weiter hohe Verluste schreibende AUA (Austrian Airlines) bereits eigene Langstreckenverbindungen bedroht. Aktuell geht es um Indien. "Die Emirates bringt die AUA nicht um", beschwichtigte AUA-Vorstand Peter Malanik am Donnerstag. Der staatsnahe Konkurrent aus Dubai erschwere aber das Wachstum der AUA.

Erstellt am 04. August 2011 (14:34)

Durch den Vormarsch der Golf-Airline Emirates sieht die weiter hohe Verluste schreibende AUA (Austrian Airlines) bereits eigene Langstreckenverbindungen bedroht. Aktuell geht es um Indien. "Die Emirates bringt die AUA nicht um", beschwichtigte AUA-Vorstand Peter Malanik am Donnerstag. Der staatsnahe Konkurrent aus Dubai erschwere aber das Wachstum der AUA.

Die in Dubai beheimatete Fluglinie Emirates will den Wiener Flughafen weiterhin 13 mal pro Woche anfliegen. Derzeit ist die Aufstockung von vormals sieben Verbindungen bis Ende Oktober befristet. Das AUA-Management will eine Expansion der staatsnahen Emirates aber verhindern und verweist auf "Kostenvorteile" durch Nichteinhaltung von europäischen Sozial- und Umweltstandards.

Die zweite tägliche Verbindung der Emirates nach Wien hat "deutlich negative Auswirkungen" auf die Indien-Flüge der AUA, sagte Malanik. "Sie könnten defizitär werden." Konkrete Einbußen durch den Mitbewerber wollte man vonseiten der AUA vorerst aber nicht beziffern. Längerfristig könnten es bei mehr Emirates-Verbindungen ein bis zwei Langstreckenflüge der AUA weniger geben und auch Einsparungen bei Kurzstreckenflügen könnten folgen.

Malanik kritisierte erneut, dass es keinen "freien und gleichen Wettbewerb" mit dem Mitbewerber vom Golf gebe. In Dubai würden zwischen Emirates, dem Flughafen und der Flugsicherung "versteckte Subventionen fließen können". Die AUA und der Flughafen Wien würden zusammen auch einen "satten Gewinn machen". Der AUA-Vorstand sieht sich zudem bei den Gebühren im Nachteil: Die AUA liefere rund 27 Prozent ihres Umsatzes an Gebühren ab, die Emirates hingegen nur 10,6 Prozent.

Seit Mittwoch verhandeln Österreich und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) um die künftigen Landerechte. Am ersten Tag hat es laut Emirates-Präsident Tim Clark keine Fortschritte im Streit darum gegeben, ob Abkommen aus den Jahren 2004 und 2005 gültig sind.