NÖ bei Wachstum über dem Schnitt. Die Wirtschaftsleistung stieg im Vorjahr insgesamt um 1,6 Prozent.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 12. Dezember 2017 (00:56)
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Der produzierende Bereich hatte zuletzt einen Anteil von 29,6 Prozent. 67,8 Prozent trugen die Dienstleistungen bei, der Rest entfiel auf die Land- und Forstwirtschaft.

Mit 1,6 Prozent mehr als im Jahr davor verzeichnete NÖ 2016 ein überdurchschnittliches Wachstum des Bruttoregionalprodukts (BRP). Gemeinsam mit Wien und Oberösterreich hatte das Bundesland damit einen österreichweiten Anteil von 58 Prozent. „Diese drei sind, was das Wachstum betrifft, spielentscheidend“, so Statistik-Austria-Generalsekretär Konrad Pesendorfer. In Österreich lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2016 bei 1,5 Prozent.

Maßgeblich am guten Abschneiden beteiligt waren 2016 die Land- und Forstwirtschaft, die in NÖ mit 2,6 Prozent Wertschöpfungsanteil deutlich über dem Österreich-Durchschnitt (1,2 Prozent) liegt. Auch etwa Handel (13,5 Prozent) und Grundstücks- und Wohnungswesen (11,4 Prozent) trugen zum Ergebnis bei. Den größten Anteil hatte aber die Herstellung von Waren (18,3 Prozent).

Anders sieht das Bild beim BRP je Einwohner aus: Hier rangierte NÖ mit 33.000 Euro pro Einwohner auf dem vorletzten Platz – typisch für eine Region, in der viele Pendler leben, erklärt Pesendorfer: „Wenn viele in Wien arbeiten, generieren sie dort ein großes BRP. Das Einkommen aber nehmen sie nach NÖ mit.“ Dementsprechend gab es in Wien 2016 zwar ein hohes BRP je Einwohner von 48.600 Euro, gleichzeitig aber eine geringste Erwerbstätigkeitsquote.

Regionen klaffen weit auseinander

Ein sehr differenziertes Bild ergibt sich, zerlegt man NÖ in seine sogenannten NUTS-3-Regionen. Dabei handelt es sich um die Zusammenfassung jeweils mehrerer Kommunen. Die Statistik Austria ermittelte auch für diese das BRP pro Einwohner im Jahr 2015. „Es zeigt sich ein typisches Stadt-Land-Gefälle“, analysiert Statistik-Austria-Volkswirtschafts-Expertin Kerstin Gruber. Während das Weinviertel mit 21.100 Euro innerhalb Österreichs auf dem letzten Platz lag, profitiert vor allem das südliche Wiener Umland (über 45.000 Euro) von seiner Nähe zur Bundeshauptstadt.

Beim Pro-Kopf-Einkommen lag NÖ mit 24.000 Euro pro Einwohner hinter Vorarlberg (24.200 Euro) auf Rang zwei und stieg damit um 4,3 Prozent. 39,9 Milliarden Euro standen den Niederösterreichern insgesamt zur Verfügung.