Breitband: Wo Niederösterreich steht. Bis zum Jahr 2026 sollen 643.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt sein.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 24. April 2018 (01:52)
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Das Land Niederösterreich wird nur dort beim Breitband-Ausbau aktiv, wo private Anbieter nicht
tätig werden.

Schnelles Internet macht einen Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig und ist Basis für Innovationen in etwa Verkehr und Infrastruktur. Da sind sich die Experten einig. Nur: Österreich hinkt im internationalen Vergleich hinterher, was die Versorgung mit schnellem Internet angeht.

In Niederösterreich ist das Land mit einer Breitband-Strategie aktiv, um den Breitband-Ausbau voranzutreiben. 2015 waren 226.000 Niederösterreichische Haushalte mit der Internetgeschwindigkeit von 100 Mbit/s versorgt. Ende 2018 sollen es 343.000 sein. „Insgesamt gibt es rund 800.000 potenzielle Breitband-Anschlüsse in Niederösterreich“, so der Geschäftsführer der Niederösterreichischen Glasfaserin-frastruktur GmbH (Nögig), Hartwig Tauber. Die Nögig ist eine 100-Prozent-Tochter von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes.

Dort, wo private Anbieter wie der Telekommunikations-Riese A1 sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht um den Breitband-Ausbau kümmern, will das Land einspringen. Denn für private Anbieter ist dieser nur in urbanen Räumen rentabel. „Niederösterreich wird nur dort aktiv werden, wo der Markt nicht tätig wird“, erklärt ecoplus-Geschäftsführer Jochen Danninger.

Aktuell werden zwischen 2015 und 2018 in vier Pilotregionen des Landes 35.000 Haushalte an das Breitbandnetz angeschlossen. Hier wird flächendeckend mit dem Einsatz von Glasfaser gearbeitet. Die Regionen sind Triestingtal (3.300 Haushalte), Ybbstal (5.000), Thayaland (13.700) und Waldviertler Stadtland (13.000). „Im Waldviertel sind wir aktuell am weitesten“, erklärt Nögig-Geschäftsführer Tauber. Hier gehe im April der 2.000ste Kunde ans Netz.

Ausbau-Plan bis zum Jahr 2026

Was das kostet? „Aktuell gehen wir von Kosten von rund 100 Million Euro für die Pilotregionen, die Gesamtplanung in Niederösterreich sowie die rund 200 Mitverlegeprojekte in Gemeinden außerhalb der Pilotregionen aus“, so Tauber. Laut ihm wurden rund 80 Prozent der Wertschöpfungen aus dem Breitband-Ausbau in Niederösterreich gehalten

– profitieren würden Bauwirtschaft sowie Elektroinstallateure.

Die Planung in Niederösterreich geht aber über das Jahr 2018 hinaus. „Bis 2026 wollen wir in zusätzlich 300.000 Haushalten in ganz Niederösterreich eine Versorgung mit 100 Mbit/s erreichen“, sagt Jochen Danninger. Beim Anschluss für diese Haushalte brauche es einen Schulterschluss zwischen Bund, Land, Gemeinden und Mobilfunkanbietern.

Apropos Bund: Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) hatte in der Vorwoche mit der Meldung aufhorchen lassen, dass die angekündigte 5G-Strategie bis 2025 bundesweit umgesetzt werden soll. Laut Hofer soll es bis 2020 eine flächendeckende Versorgung mit 100 Mbit/s geben, bis 2025 soll Österreich mit dem Mobilfunkstandard 5G versorgt sein – also der nächsten Internetgeneration nach LTE.

„Wir sehen die Ankündigung von Bundesminister Hofer positiv, da er ausdrücklich den Ausbau im ländlichen Raum betont“, erklärt Jochen Danninger. Die von Hofer genannte Summe von zehn Milliarden Euro für den bundesweiten Breitband-Ausbau hält er für „eine realistische Größenordnung“. Er stellt klar: „Der weitere Ausbau wird in Niederösterreich in einer Kombination aus Glasfaserausbau bis zum Haushalt und Verbesserung der Mobilfunkversorgung erfolgen.“