Auslandspraktikum: Dritte Auflage für die „Walz“. Auch heuer geben Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer NÖ Lehrlingen ab dem 2. Lehrjahr in Niederösterreich wieder die Möglichkeit, ein vierwöchiges Auslandspraktikum zu absolvieren. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 29. März.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 08. März 2019 (11:17)
Anita Kiefer
AKNÖ-Präsident Markus Wieser (2. v. l.) und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl (2. v. r.) mit KFZ-Techniker Michael Rauchecker, der im Vorjahr für vier Wochen auf der "Walz" war und Celina-Christina Stich, die diese Erfahrung noch vor sich hat.

Vier Wochen Praktikum im europäischen Ausland – in Italien, Tschechien, Großbritannien, Spanien, Irland oder Deutschland etwa –: diese Möglichkeit gibt es zum mittlerweile dritten Mal für NÖ Lehrlinge. Die Initiative „Let’s Walz“ geht heuer in die dritte Runde, alle NÖ Lehrlinge und Betriebe wurden per Brief über die Möglichkeit zur Anmeldung bereits informiert.

Im Rahmen der vergangenen zwei Durchgänge haben insgesamt bereits 232 Lehrlinge ein Auslandspraktikum absolviert. Pro Lehrling kostet das Auslandspraktikum 2.600 Euro, damit hat die Initiative Let’s Walz insgesamt bisher mehr als 600.000 Euro gekostet – finanziert durch Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer NÖ sowie Unterstützer wie das Sozialministerium und das Programm „Erasmus+.

„Hat gezeigt, wie wichtig Ausbildung ist“

Einer der 232 „Let’s Walz“-Lehrlinge ist Michael Rauchecker. Der KFZ-Techniker hat im Vorjahr ein vierwöchiges „Let’s Walz“-Praktikum im südirischen Cork absolviert. Er hat sich beworben, um „neue Sachen zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern“, erzählt er Freitagfrüh vor Journalisten. Und das scheint ihm gelungen zu sein: „Es hat mir gezeigt, wie wichtig Ausbildung ist. In Irland findet eine duale Ausbildung so wie bei uns nicht statt.“

Forderung Richtung Bund


Man wolle sicherstellen, dass Lehrlinge „wie die Studentinnen und Studenten die Chance bekommen, ins Ausland zu gehen“, sagt Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. In Richtung Bund erneuerte sie ihre Forderung, die Kosten für diese Auslandspraktika zu übernehmen. Der Besuch einer Schülerin oder eines Schülers der AHS-Oberstufe koste den Bund pro Jahr 9.300 Euro. Es sei daher „keine unstattgemäße Bitte bzw. Forderung, dass der Bund die 2.600 Euro für das Auslandspraktikum übernimmt.“  

Niederösterreich will Vorbild sein


In diesem Zusammenhang verwies Zwazl auf den Begabungskompass, der mittlerweile in ganz Österreich angeboten wird. „Ich wünsche mir, dass auch Let’s Walz auf ganz Österreich ausgerollt wird.“ 

Ursprünglich war die Initiative eine Aktion der Wirtschaftskammer NÖ allein, ab der 2. Auflage hat sich auch die Arbeiterkammer NÖ beteiligt. „Es geht darum, jungen Menschen eine Perspektive zu geben“, erklärt Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer NÖ.

Mehr Infos unter www.wko.at/noe/bildung