In Dürnrohr hat Kohle ausgedient. EVN überrascht vor Halbjahresbilanz mit Ankündigung, das Kohlekraftwerk zu schließen.

Von Teresa Sturm und Daniel Lohninger. Erstellt am 04. Juni 2019 (01:28)
Die EVN wird die im Kraftwerk Dürnrohr laufende Stromerzeugung mit Kohle im Herbst dieses Jahr beenden.
EVN

Der milde Winter schlägt sich auch in der Bilanz des ersten Geschäftshalbjahres der EVN nieder: Der Umsatz stagnierte durch geringeren Strom- und Erdgasabsatz bei 1,246 Milliarden Euro. Nur kurz vor der Präsentation der Zahlen, überraschte die EVN mit der Ankündigung, noch heuer das Kohlekraftwerk in Dürnrohr zu schließen. Ursprünglich war das Kraftwerk für eine Betriebszeit bis 2040 ausgelegt gewesen.

„Niederösterreich geht mit gutem Beispiel voran“, freut sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. In Dürnrohr diente Kohle bereits seit Jahren nur mehr zur Abdeckung von Versorgungslücken, war aber zuletzt immerhin noch bis zu 2.000 Stunden pro Jahr in Betrieb.

Den Hauptanteil des Stroms und der Fernwärme für die etwa 170.000 Haushalte in und um die Landeshauptstadt St. Pölten, die von Dürnrohr aus versorgt werden, stammt aus der Verfeuerung von Haushalts- und Gewerbemüll. In Zukunft soll hier auch Klärschlamm verbrannt werden. Errichtet wird zudem eine große Photovoltaik-Anlage. Etwa 20 Millionen Euro investiert die EVN in die Umrüstung des Kohlekraftwerks.