Bahn investiert in "erste" und "letzte Meile". Die ÖBB will sich als Gesamtmobilitätsdienstleister positionieren und investiert mit Partnern in Mobilitätsangebote für die "letzte Meile": Den Weg von zuhause zum Bahnhof oder vom Bahnhof zur Arbeit. Nach einem Pilotprojekt in der Stadtgemeinde Korneuburg im Vorjahr - mit Car-Sharing, E-Scooter und E-Bikes - folgt im Mai ein weiteres Projekt in Waidhofen a. d. Ybbs. ÖBB-CEO Andreas Matthä hat als erster Vorstand Österreichs seinen Dienstwagen gegen e-Bike und e-Scooter getauscht.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 30. März 2021 (13:43)
Bestandteil des „ÖBB 360 Grad“-Programms sind e-Mobilität-Angebote wie das Car Sharing „Rail&Drive“.
ÖBB/Fritscher

Nicht mehr "nur" als Transportunternehmen, das Menschen und Güter von A nach B bringt, will die ÖBB fungieren, sondern als Gesamtmobilitätsdienstleister.

ÖBB-Vorstand Andreas Matthä, der in der Stadt Gmünd aufgewachsen ist und in Gerasdorf bei Wien (Bezirk Korneuburg) lebt, hat als erster Vorstand Österreichs seinen Dienstwagen gegen e-Bike und e-Scooter getauscht.
Usercontent, ÖBB/Marek Knopp

"Unser Engagement hört nicht mehr dort auf, wo die Schiene endet, sondern wir denken die Mobilität heute im umweltfreundlichen 360 Grad Radius. Deshalb entwickeln und betreiben wir gemeinsam mit Partnern integrierte Mobilitäts-Produkte und Services für die berühmte letzte Meile. Gemeint ist damit der Weg von zu Hause zum Bahnhof oder vom Bahnhof zur Arbeit", sagt Christopher Seif, ÖBB-Sprecher in Niederösterreich.

Ziel der Bahn-Strategie "ÖBB 360 Grad" sei es, die jeweiligen Mobilitätsbedürfnisse durch eine Bündelung verschiedener Dienstleistungen zu einem integrierten Service zu befriedigen. Mobilitätskunden der ÖBB sollen künftig über die Smartphone-App "wegfinder" alle neuen und bisherigen Angebote – Öffi, Sharing und Co. - finden, buchen und bezahlen können.  

„Die ÖBB sind Österreichs größter Mobilitätsanbieter: Wir bringen Menschen und Güter umweltfreundlich an ihr Ziel, und unser Engagement hört nicht dort auf, wo der Zug und der Bus enden. Denn, öffentlicher Verkehr ist dann besonders attraktiv, wenn die Letzte Meile einfach und umweltfreundlich zu bewältigen ist“, sagt Andreas Matthä, ÖBB-CEO. Matthä, der in Gmünd aufgewachsen ist und in Gerasdorf bei Wien lebt, hat als erster Vorstand in Österreich seinen Dienstwagen gegen e-Bike und e-Scooter getauscht. 

Nach Pilotprojekt in Korneuburg folgt Waidhofen 

In der Stadtgemeinde Korneuburg wurde im September 2020 ein Pilotprojekt dazu präsentiert: Neben dem öffentlichen Nahverkehr können dort durch eine Kooperation zwischen der Stadt und ÖBB 360° alternative Mobilitätsservices wie Car-Sharing (Rail&Drive), E-Scooter (TIER), E-Bikes (Green4rent) und Fahrräder (nextbike) mit der wegfinder-App gefunden und gebucht werden. Ein Umstieg der Bevölkerung vom viel genutzten Auto in der Stadt auf nachhaltige Verkehrsmittel für die „erste“ und „letzte“ Meile soll damit erleichtert und somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Das nächste Projekt soll ab 7. Mai in Waidhofen/Ybbs mit den Mobilitätsbausteinen eScooter und CarSharing sowie der Registrierung/Buchung und Bezahlung der Services über wegfinder starten. Zusätzlich wickeln die ÖBB den Kundenservice und das Betriebsmonitoring ab.

Die neuen Mobilitätsservices der ÖBB und Partner im Überblick:

  • E-Scooter-Service mit TIER: 40 E-Scooter, ca. 30 Parkzonen
  • E-Bike-Service mit Green4Rent: 10 E-Bikes und 1 E-Lastenbike, 4 Parkzonen
  • Das bestehende Fahrradangebot von nextbike wird über wegfinder integriert buchbar gemacht: 32 Fahrräder, 8 Standorte
  • Car-Sharing-Service mit Rail& Drive: Autos an zwei Standorten

Pendler,  Bewohner und Urlaubsgäste profitieren

"Die Zukunft der Mobilität liege neben den öffentlichen Verkehrsmitteln auch auf klimaschonenden Sharing-Services, damit die Menschen ihre täglichen Wege unkompliziert und lückenlos zurücklegen können", sagt Seif.  

Die ÖBB habe deshalb einen Fokus auf die Entwicklung von integrierten Mobilitätsservices für Gemeinden, Unternehmen und Tourismusregionen gesetzt und hofft nach den Pilotprojekten in Korneuburg und Waidhofen a. d. Ybbs auf weitere Partner, die mit ihnen zukünftig die Vor-Ort-Mobilität stärken. Es profitieren von diesen zwei Mobilitätshubs nicht nur die Aus- und EinpendlerInnen, sondern auch die BewohnerInnen der Gemeinde und mögliche Ausflugs- sowie Urlaubsgäste in den Tourismusregionen

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