Bahn: Mehr Unfälle, mehr Störungen. Tätigkeitsbericht / Der Bundesanstalt für Verkehr wurden im Vorjahr stolze 1.575 Vorfälle auf heimischen Schienen gemeldet.

Erstellt am 16. September 2012 (18:07)
Über 1.000 Schienenunfälle gab es 2011. Nur vier fanden breiten medialen Niederschlag wie jener in Gramatneusiedl (Bild).Stamberg
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Von Heinz Bidner

Die Schiene gilt zwar als eines der sichersten Transportmittel. Laut kürzlich fertig gestelltem Tätigkeitsbericht 2011 der Bundesanstalt für Verkehr, die dem Verkehrsministerium zugeordnet ist, passiert hier aber deutlich mehr, als in der Öffentlichkeit bekannt ist.

Demnach fanden im Vorjahr in Österreich nur vier Unfälle mediale Präsenz. Darunter etwa die Güterzugsentgleisung im Bahnhof Gramatneusiedl in NÖ im Mai (die NÖN berichtete).

Passiert ist jedoch weit mehr. Insgesamt ereigneten sich laut dem Bericht 1.575 Vorfälle auf Österreichs Schienen. Davon waren 1.012 Unfälle und 563 Störungen. Gegenüber dem Vorjahr gab es in beiden Bereichen spürbare Steigerungen: Die Zahl der Unfälle kletterte um 5,6 Prozent, jene der Störungen gar um stolze 32,2 Prozent.

Dabei wurden 39 Menschen getötet, 58 schwer und 98 leicht verletzt. Der mit Abstand größte Teil – 89 dieser 195 verunfallten Personen – kam bei Unfällen auf Eisenbahnkreuzungen zu Schaden. Zusätzlich wurden insgesamt 107 Suizide gemeldet.

Bei den Störungen ist fast jeder zweite Fall – genau 247 – auf technische Mängel an Anlagen und Schienenfahrzeugen zurückzuführen. Eine Zahl, die im Jahr davor noch bei 89 lag. Als Hauptgrund für diesen enormen Anstieg führt die Bundesanstalt für Verkehr in ihrem Bericht die Verbesserung der Meldekultur an sowie die Optimierung der Untersuchungen innerhalb der Eisenbahnunternehmen.