Benko übernimmt Karstadt Premium, Karstadt Sport. Paukenschlag bei der deutschen Handelskette Karstadt: Der Milliardär und Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen verkauft zwei Filetstücke des angeschlagenen Warenhausriesen. Die Signa Holding des österreichischen Investors Rene Benko übernimmt die Mehrheit der Luxus-Warenhäuser, zu denen das KaDeWe in Berlin gehört. Auch die Mehrheit an Karstadt-Sport sichert sich Benko.

Erstellt am 16. September 2013 (17:43)

Signa kaufe 75,1 Prozent an der Karstadt Premium Group und 75,1 Prozent an Karstadt Sports, teilte Signa am Montag mit. Berggruen, der den Karstadt-Konzern aus der Insolvenz übernommen hatte, behalte die anderen Anteile - und die übrigen 83 Warenhäuser. "Dies ist mein Beitrag zur weiteren Gesundung des Unternehmens und mein klares Bekenntnis zum Geschäftsmodell Warenhaus", erklärte Berggruen. "Das Kerngeschäft behalten wir komplett."

Karstadt Premium umfasst die Flaggschiffe des Konzerns, neben dem Berliner KaDeWe das Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg. Karstadt Sports verfügt über 28 Häuser. Arbeitnehmervertreter hatten bereits bei der von Berggruen verfügten Aufspaltung des Konzerns in drei Einheiten die Befürchtung geäußert, der Schritt könne ein Vorspiel zur Zerschlagung Karstadts sein. Signa betonte indes, 300 Mio. Euro würden nun "zur Stärkung der Karstadt-Gruppe investiert".

Der österreichische Investor Benko ist im deutschen Einzelhandel kein Unbekannter - besitzt er doch bereits zahlreiche Karstadt-Immobilien. Zudem hatte er in der Vergangenheit versucht, die Metro-Tochter Kaufhof zu übernehmen. Benkos neuer Schachzug dürfte nun wieder Fantasien über eine Warenhaus-Hochzeit zwischen Karstadt und Kaufhof beflügeln.