Lehrberuf PKA: Heilmittel sind ihr Geschäft

Die „Pharmazeutisch-kaufmännischen“ sind die Corona-Stützen der Apotheker.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 05:06
Lesezeit: 1 Min
440_0008_8255202_noe52_pka_hippolyt_cprivat.jpg
Gerlinde Rosenberger ist eine von 1.200 „Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentinnen“ (PKA) in Niederösterreich. Mehr Infos auf http://pkainfo.at
Foto: privat

Normalerweise mischt sie Tees, Tinkturen und Salben, berät Kunden und verkauft Nicht-Rezeptpflichtiges: Gerlinde Rosenberger aus Nadelbach (Stadt St. Pölten) ist eine von über 1.200 „Pharmazeutisch-kaufmännschen Assistenten“ (PKA) in NÖ. Allein im Vorjahr wurden 153 Lehrlinge ausgebildet.

„Nach meiner Karenz wollte ich noch eine Ausbildung machen. Die PKA ist ein Beruf der Zukunft – das sieht man gerade in der Corona-Krise, wo die Pharmazie im Fokus steht“, sagt die 56-Jährige. Seit Corona halten die PKA den Apothekern und dem pharmazeutischen Fachpersonal den Rücken für Beratungen frei: Sie gaben Wohnzimmer-Tests aus, organisieren die Covid-19-Tests, stellen die Arzneimittelversorgung sicher und administrieren die eingeführten E-Rezepte.

"Herausfordernd, aber auch sehr schön"

Die Arbeit ist abwechslungsreich. „Als PKA muss man viele Fähigkeiten wie Hausverstand, Genauigkeit, kaufmännisches Verständnis, Kreativität, aber auch Diskretion mitbringen“, so Rosenberger. Besonders gefällt ihr aber der Verkauf: „Ich muss mich innerhalb von wenigen Sekunden auf verschiedene Menschentypen einstellen – das ist herausfordernd, aber auch sehr schön.“

Rosenbergers Arbeitsstätte ist die St. Hippolyt-Apotheke in St. Pölten, wo sie mit anderen PKA die Pharmazeutinnen auch bei der Herstellung und beim Verkauf von rezeptpflichtigen Arzneimitteln unterstützt. „Der Job ist eher eine Frauendomäne, weil einerseits Teilzeit gut möglich ist und andererseits das Gesundheitswesen auf Frauen zugeschnitten ist: Wenn jemand zuhause krank ist, sind es primär Mütter und Frauen, die die Kranken versorgen“, sagt Apotheken-Inhaberin Ulrike Zöchling. Sie bildete bereits eine ehemalige Reinigungskraft und eine Kindergartenpädagogin berufsbegleitend zur PKA aus. Pro Jahr werden 50 PKA-Lehrstellen in NÖ besetzt. Anwärter müssten Hausverstand mitbringen, genau sein und Verantwortung übernehmen wollen.