NÖ Arbeitsmarkt: Wo Personal gesucht wird. Personalbedarf ist ähnlich hoch wie vor einem Jahr. Dennoch zeichnet sich Konjunkturtrübung ab.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 14. Januar 2020 (02:35)
Im Einzelhandel wird, ebenso wie im Sozialwesen und in der Gastronomie, intensiv nach Personal gesucht.
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Trotz schwächelnder Konjunktur werden in Niederösterreichs Unternehmen nach wie vor viele Mitarbeiter für viele freie Stellen gesucht. 200 freie Stellen gab es Ende Dezember etwa beim NÖ Hilfswerk. Die Rewe-Group hat in Niederösterreich aktuell rund 500 vakante Stellen – es werden vor allem Mitarbeiter im Einzelhandel sowie in der Feinkost gesucht. Mitbewerber Spar sucht knapp 60 neue Arbeitskräfte – um nur einige Beispiele zu nennen.

Tatsächlich sind per Ende Dezember ähnlich viele offene Stellen beim AMS Niederösterreich gemeldet wie vor einem Jahr, der Rückgang beträgt 0,3 Prozent auf 9.311. Dennoch zeichnet sich die trübere Konjunktur bereits ab, wenn auch leichter als erwartet. Die meisten beim AMS Niederösterreich gemeldeten offenen Stellen gibt es naturgemäß bei der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften. Aktuell sind hier knapp 1.680 Stellen frei.

Und genau hier lässt sich auch ablesen, dass sich die Konjunktur eintrübt: Im Vergleich zum Dezember 2018 ist dieser Wert um knapp 300 Stellen, also 14,8 Prozent, gesunken. Das bestätigt auch das AMS Niederösterreich. Der Grund ist leicht erklärt: Bei schwächer werdender Konjunktur sinkt nicht nur die Beschäftigung in diesem Bereich (aktuell um minus 9,4 Prozent oder 1.149 auf 11.088 Beschäftigte), sondern auch der Bestand an gemeldeten offenen Stellen. Offene Stellen, gerade hier, gehören zu den vorauseilenden Konjunkturindikatoren.

"Auch heuer rechnen wir mit einem ähnlichen Ergebnis"

Grund zur übermäßigen Sorge sieht AMS NÖ-Chef Sven Hergovich nicht. „2019 haben die niederösterreichischen Betriebe dem AMS NÖ insgesamt 77.845 offene Stellen zur Besetzung bekannt gegeben, in etwa so viele wie im hervorragenden Arbeitsmarktjahr 2018“, erklärt er. Tatsächlich lag der Rückgang bei lediglich 0,5 Prozent.

„Bei den Stellenbesetzungen verzeichnet das AMS NÖ im letzten Jahr mit 68.453 so viele Besetzungen wie noch nie seit der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung. Auch heuer rechnen wir mit einem ähnlichen Ergebnis, obwohl sich die Konjunktur etwas abkühlt, was sich am Stellenzugang der Arbeitskräfteüberlasser, die mit dem AMS kooperieren, ablesen lässt“, betont Hergovich.

Auf den Plätzen hinter den Arbeitskräfteüberlassern im Ranking der beim AMS gemeldeten offenen Stellen: Der Einzelhandel sowie das Sozialwesen (ohne Heime) – was die eingangs erwähnten Beispiele widerspiegeln. Im Einzelhandel beträgt der Anstieg zum Vorjahr 3,8 Prozent auf gut 1.320 offene Stellen, im Sozialwesen liegt das Plus bei ganzen 41 Prozent auf 708 offene Stellen.