Mikl-Leitner fordert "Energie-Schutzschirm" für Unternehmer

Erstellt am 28. November 2022 | 14:14
Lesezeit: 4 Min
Die Landeshauptfrau und der Arbeitsminister besuchten die Produktionsstätte der Bäckerei Geier in Markgrafneusiedl (Bezirk Gänserndorf) um vor Ort zu erfahren, wie es den Unternehmern mit den enormen Energiekosten geht. Dabei forderte Mikl-Leitner einen Energieschutzschirm für Unternehmen vom Bund. Die IVNÖ begrüßte ihren Vorstoß.
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„Es braucht einen Energieschutzschirm - und das noch vor Weihnachten!“ Diese Forderung stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei einem Betriebsbesuch der Produktionsstätte der Bäckerei Geier in Markgrafneusiedl. Viele Unternehmen stünden vor dem Aus, weil sie unter den exorbitanten Energiekosten leiden. Gerade für ein Flächenbundesland wie Niederösterreich sei das fatal.

Ihre Forderung stellte Mikl-Leitner direkt an Arbeitsminister Martin Kocher, der ebenfalls die Produktionsstätte besichtigte. Der Bund habe zwar 1,3 Milliarden Euro für energieintensive Unternehmen bereitgestellt, „aber es braucht mehr“, so die Landeshauptfrau. Denn die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe würden die Gewinne und auch Rücklagen der Betriebe auffressen. Betroffen davon sei jede Branche.

„Viele wünschen sich das deutsche Modell der Gas- und Strompreisbremse."

Während es Großbetrieben zusehends schwerer fällt, auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig zu bleiben, haben vor allem kleinere Unternehmen schon vor der Energie-Krise knapp kalkuliert und wissen derzeit nicht, wie sie Löhne zahlen und selbst über die Runden kommen sollen.

„Viele wünschen sich das deutsche Modell der Gas- und Strompreisbremse. Der Bundesminister hat zugesagt, das Modell zu überprüfen“, erklärte Mikl-Leitner nach einem Gespräch mit Kocher.

Arbeitsminister will Unternehmen noch heuer Lösungen bieten

„Es ist wichtig, in Betrieben zu sehen, wie sich die gestiegenen Energiekosten auf die Produktion auswirken“, bedankte sich der Arbeitsminister bei Erika und Gerald Geier, die einen Blick hinter die Kulissen gewährten. Auf europäischer Ebene sei man bemüht, „nicht nur das Symptom, sondern auch die Ursache“ zu bekämpfen. Konkret geht es um die Entkoppelung von Strom- und Gaspreis, um „den Strompreis nach unten zu bringen“. Das werde in den nächsten Wochen leider nicht gelingen, darum müsse man nun nach nationalen Lösungen suchen.

Kocher weiß, dass die Unternehmer auf Deutschland blicken, „wir müssen nachziehen“, will er den Betroffenen „noch in diesem Jahr“ Unterstützung zukommen lassen.

IVNÖ: Energiekostenzuschuss sei "viel zu wenig"

In einer Reaktion begrüßte die Industriellenvereinigung NÖ den Vorstoß von Landeshauptfrau Mikl-Leitner. „Wir fordern schon seit Wochen ein klareres und umfassenderes Bekenntnis der Politik zur produzierenden Wirtschaft im Land“, heißt es von IVNÖ-Präsident Thomas Salzer in einer Presseaussendung. Laut Berechnungen der Mitgliedsbetriebe der IV NÖ federe der von der Bundesregierung beschlossene Energiekostenzuschuss nicht 30 Prozent, sondern nur maximal 8 bis 12 Prozent der Mehrkosten in der Industrie ab. „Was viel zu wenig sei“, resümiert Salzer.

"Nachdem in Deutschland die Gas- und Strompreisbremse eingeführt wurde, stehen die österreichischen Unternehmen enorm unter Druck. Es gibt tatsächlich schon Fälle, wo Aufträge an das Nachbarland verloren wurden“, sagt Salzer. Die IVNÖ fordere noch vor Weihnachten einen nationalen Schutzschirm, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und damit die Deindustrialisierung Österreichs zu verhindern.