Boom bei Direktvermarktung. Jeder dritte Bauer verkauft „ab Hof“ oder online. Agrar-Vertreter wollen regionale Produkte noch besser bewerben.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. Januar 2021 (04:36)
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Milch aus dem Automaten; Honig, Säfte oder Fleisch im Selbstbedienungsladen: In der Coronakrise wurden Einkaufsmöglichkeiten für regionale Produkte gut genutzt. Agrar-Ministerin Elisabeth Köstinger spricht von gestiegenem Bewusstsein bei Konsumenten und einem „Boom der Direktvermarktung“.

Den spürt man auch bei der NÖ-Landwirtschaftskammer. Jeder dritte Bauer nutze die Möglichkeit, Produkte selbst an den Mann oder die Frau zu bringen. Seit Ausbruch der Krise haben viele neue Möglichkeiten gesucht – nicht zuletzt, weil die Gastro als wichtiger Abnehmer der Erzeugnisse wegfiel. In einigen Orten wurden etwa neue Regionalläden eröffnet.

2021 soll die Vermarktung regionaler Produkte, aber auch die Steigerung der Wertschöpfung für Bauern im Fokus stehen. Weil laut Köstinger die Anforderungen an die Landwirte steigen, etwa in der Fleischproduktion, soll es höhere Förderungen geben. Gleichzeitig machen die Agrar-Vertreter Druck auf den Lebensmittelhandel. Sie fordern einen Österreich-Pakt zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel.

Der soll, wie LK-Präsident Josef Moosbrugger erklärt, etwa mehr Raum für regionale Produkte in Supermärkten bringen. Bauernbund-Präsident Georg Strasser will außerdem das AMA-Gütesiegel stärken. Tempo erwarten die Vertreter bei der Herkunftskennzeichnung verarbeiteter Produkte. Die ist gerade in Ausarbeitung.