Unterstützungspaket für Forstwirtschaft fixiert. Ein Maßnahmenpaket gegen Borkenkäferbefall in der Höhe von drei Millionen Euro soll Erleichterungen für Österreichs Waldbesitzer und Forstwirte bringen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 25. Juni 2018 (14:56)
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Symbolbild

"Meldungen über den Befall sind enorm", sagte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Montag. Man wolle "rasch, unbürokratisch und effizient unterstützen". Die Kosten werden zwischen EU, Bund und Ländern aufgeteilt.

Der Borkenkäferbefall und Sturmschäden haben bereits im vergangenen Jahr zu Verlusten in Millionenhöhe in der Forstwirtschaft geführt. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen habe es so viel Schadholz gegeben, nämlich 3,5 Millionen Festmeter, betonte die Ministerin bei der Pressekonferenz in Wien. Für 2018 gebe es eine ähnlich schlechte Prognose. "Das Frühjahr war optimal, wenn Sie ein Borkenkäfer waren", meinte Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Hohe Temperaturen, wenig Niederschlag und Dürrephasen hätten die Entwicklung und Vermehrung von Schädlingen begünstigt. Besonders betroffen seien Nieder- und Oberösterreich: In Niederösterreich liege die Schadholzmenge derzeit bei 1,8 bis 2,2 Millionen Festmetern, für Oberösterreich gehe man von einer Million Festmetern aus. Das führe auch zu einem Preisverfall beim Holz.

Maßnahmen zur raschen Entnahme und Abtransport sollen gefördert werden

Konkret gefördert werden sollen nun Maßnahmen, die zur raschen Entnahme und zum raschen Abtransport befallener Bäume aus den Wäldern führen. Das sei eine wichtige Vorgehensweise gegen den Schädling, erklärte Mayer. Hier gehe es um die Aufarbeitung am Ort des Befalls - also Entrindung mit Spezialgeräten im Wald oder auch außerhalb an Lagerplätzen. Auch die Anlage neuer Trocken- und Nasslager soll gefördert werden. Diese Lager seien wichtig, damit das Holz nicht sofort auf den Markt gebracht werden muss und der Preisverfall somit zu groß ist. Auch eine Förderung des Zwischentransports sei möglich. Ebenso könne zusätzlich notwendiger Personalbedarf für die Landes-Landwirtschaftskammer (LWK) in begründeten Situationen gefördert werden. Durch mehr Flexibilität und kurzfristige Antragstellung sollen Verwaltungseinheiten aufgrund der Ausnahmesituation variabler zu handhaben sein.

Die Definition betroffener Gebiete werde von den Forstbehörden in Zusammenarbeit mit dem BFW vorgenommen. Ein Katastrophen- oder Schadgebiet liege vor, wenn mindestens 20 Prozent des Produktionspotenzials durch die Massenvermehrung von Forstschädlingen zerstört wurden. Betroffene sollen verstärkt informiert werden, indem die Beratungen durch Bezirks- und Landesforstdienste ausgeweitet werden. Das Maßnahmenpaket soll "die Handhabung der Schäden für die betroffenen Waldbesitzer und Forstwirte erleichtern", so Köstinger. "Wir arbeiten an umfassenden Strategien für den klimafitten Wald." Zwar werde die beschlossenen Maßnahmen Schäden lindern, man brauche aber einen Wald, "der extremer werdende Bedingungen besser aushalte". Die Finanzierung stamme zu 50 Prozent aus EU-Mitteln, zu 30 Prozent vom Bund und rund 20 Prozent liegen bei den Bundesländern.