Brexit beunruhigt Rinderbranche. Bauernbund sieht Viehzüchter durch Brexit, Mercosur und US-Importe in Gefahr.

Von David Brandl. Erstellt am 13. August 2019 (04:53)
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Bauernbund-Präsident Georg Strasser sieht die heimische Rinderbranche unter Druck.

Der Austritt Großbritanniens aus der EU hält ganz Europa seit Monaten in Atem. Auch die heimischen Bauern warnen vor den Folgen des Brexits.

Angesichts des drohenden harten Brexits Ende Oktober suchen irische Bauern schon jetzt nach neuen sicheren Absatzmärkten am Kontinent. Bereits jetzt würde der heimische Fleischmarkt dadurch großen Druck erfahren, meint Bauernbund-Präsident Georg Strasser aus Nöchling (Bezirk Melk).

Laut Strasser sei für Produzenten und Konsumenten unverständlich, warum einerseits immer höhere Umwelt- und Tierschutzstandards von heimischen Bauern abverlangt werden, und andererseits Lebensmittel importiert werden, welche die von der EU-Kommission selbst auferlegten Standards unterwandern. „Die Erwartungshaltung an die EU-Landwirtschaft wird größer. Gleichzeitig schließt man Handelsabkommen am Rücken der Bauern ab. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, kritisiert der Bauernbund-Präsident.

Gemeinsam gegen das Mercosurabkommen

Geschlossen tritt die Arbeiterkammer mit den Bauern gegen das Mercosurabkommen auf. Dadurch dürfen in Zukunft 99.000 Tonnen südamerikanisches Rindfleisch importiert werden.

Chlorhühner und Hormonfleisch ließen die Gemüter rund um das Freihandelsabkommen TTIP einst hochkochen. Obwohl der Import von hormonbehandeltem Fleisch weiter untersagt bleibt, werden die USA dank einer Vereinbarung mit der EU künftig mehr Rindfleisch importieren können. Denn die Einfuhrquote ändert sich zugunsten der USA. Insgesamt bleibt sie jedoch gleich. Ob diese Produkte mit den hohen Standards der 38.000 niederösterreichischen Bauern mithalten können, bleibt fraglich.