Bund beschließt Hilfen für Zulieferer und Bauern. Ab sofort können neben dem Ausfallsbonus, auch ein Umsatzersatz für Zulieferer und ein Landwirtschaft-Verlustersatz für Agrar-Betriebe via FinanzOnline beantragt werden.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 16. Februar 2021 (16:19)
Pressekonferenz am 16.2.2021 mit Arbeitsminister Martin Kocher, Finanzminister Gernot Blümel und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (alle ÖVP)
BMF/Dunker

Mehrere neue Corona-Hilfen für Betriebe sind ab sofort beantragbar. Vom Lockdown indirekt betroffene Betriebe können nun auch Hilfen erhalten, dies war bis dato nicht möglich. Diese Unterstützungsleistungen waren bereits im Dezember angekündigt worden, seitdem warteten indirekt betroffene Betriebe wie Lebensmittelgroßhändler, Caterer, Textilreiniger, Laden- und Messebauer, Beleuchtungs- und Beschalungstechniker, Fotografen auf Hilfen.

Bei indirekt betroffenen Unternehmen (u.a. Caterer, Lebensmittelgroßhändler, Textilreiniger, Veranstaltungstechniker) soll wie beim Umsatzersatz für direkt Betroffene der Umsatz für die Monate November und Dezember 2020 ersetzt werden.

Anträge können bis Ende Juni gestellt werden

Es muss mindestens 50 Prozent Umsatzzusammenhang mit einem oder mehreren im Lockdown geschlossenen Betrieben geben und im Betrachtungszeitraum ist mindestens ein Umsatzeinbruch von 40 Prozent im Vergleich zu November/Dezember 2019 notwendig. Es gelten dieselben Ersatzraten wie beim Umsatzersatz für direkt Betroffene. Betriebe können Anträge bis zum 30. Juni 2021 stellen. Das Finanzministerium rechnet für diese Hilfen mit Kosten von rund 800 Mio. Euro.

Der Ausfallsbonus ist für Unternehmen vorgesehen, die nicht direkt oder indirekt durch die Covid-Maßnahmen betroffen waren, aber dennoch einen hohen Umsatzausfall verzeichnen. Der Zeitraum erstreckt sich von November 2020 bis Juni 2021.

Die Ersatzrate beläuft sich auf bis zu 30 Prozent des Umsatzes. Die maximale monatliche Förderhöhe beträgt 60.000 Euro, davon 30.000 Euro Ausfallsbonus und 30.000 Euro Vorschuss auf Fixkostenzuschuss II. Für dieses Hilfsinstrument hat das Finanzministerium 1 Mrd. Euro eingeplant.

Hilfen für Agrar-Produzenten

Durch die coronabedingte Sperre der Gastronomie und Hotellerie haben auch manche landwirtschaftliche Sektoren einen hohen Umsatzrückgang erlitten. Ab sofort gibt es einen Verlustersatz vorerst für die Schweine- und Weinbranche. Für diese Maßnahme sind rund 60 Mio. Euro vorgesehen.

Den Verlustersatz können landwirtschaftliche Betriebszweige beantragen, die zwischen Oktober 2020 und März 2021 einen entsprechenden Verlust erlitten haben. Als Vergleichszeitraum dienen die gleichen Monate des Vorjahres. Die Verlustermittlung wird laut Landwirtschaftsministerium auf pauschale Weise auf Grundlage von Daten der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen durchgeführt. Die Förderobergrenze liegt bei 100.000 Euro für jeden Betriebszweig.

Corona-Kurzarbeit soll verlängert werden

Die Verlängerung der Corona-Kurzarbeit über den März hinaus könnte noch diese Woche fixiert werden. "Wir sind in den letzten Zügen der Gespräche mit den Sozialpartnern und den zuständigen Ministerien", sagte der Arbeitsminister. Man sei zu "99 Prozent fertig" und werde wahrscheinlich in den nächsten Tagen eine Lösung präsentieren können. Details zur geplanten Kurzarbeitsverlängerung wollte Kocher noch nicht verraten.