Burgenland Konjunktur-Spitze, Kärnten Schlusslicht. Das Burgenland ist 2012 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent im Bundesländer-Vergleich als Wachstumssieger hervorgegangen. Schlusslicht war Kärnten mit bloß 0,4 Prozent. Auch im laufenden Jahr sollte das Burgenland mit 1,3 Prozent wieder am stärksten wachsen, da sollte allerdings Salzburg mit 0,6 Prozent das Schlusslicht sein, haben die Volkswirte der Bank Austria errechnet.

Erstellt am 06. Mai 2013 (15:21)

Zum Vergleich: die gesamtösterreichische Wachstumsrate betrug 0,8 Prozent. Das Burgenland habe im Vorjahr von seiner wirtschaftlich breiten Aufstellung und dem Sondereffekt der Verlagerung der Produktion von Coca Cola aus Wien ins Nordburgenland profitiert, erklärte Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Burgenland sei auch das Bundesland, das aufgrund seiner geringen internationalen Ausrichtung am wenigsten unter der Krise gelitten habe. Dennoch liege das BIP pro Kopf noch eher am untere Ende.

Schlusslicht Kärnten wiederum sei von den Schwierigkeiten in den Nachbarländern belastete worden, es sei zu Einbußen in der Sachgüterindustrie und der Bauwirtschaft gekommen, auch der Dienstleistungssektor sei nur verhalten gewachsen.

Tirol schnitt mit einer Wachstumsrate von 1,4 Prozent am zweitbesten ab. Hier sorgten die Bauwirtschaft und der Produktionssektor für überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten. In der Steiermark mit 1,1 Prozent BIP-Plus war der starke Industriesektor durch die globale Nachfrageabschwächung belastet. Vorarlberg folgt mit 1,0 Prozent, Salzburg mit 0,7 Prozent, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien schafften jeweils 0,6 Prozent. Kärnten liege nach 0,4 Prozent als einziges Bundesland noch immer unter dem Vorkrisenniveau.

Generell waren die Energieindustrie und der Maschinenbau wesentliche Wachstumstreiber im Bereich Industrie, gebremst haben die Metallerzeugung und die Elektroindustrie. Die Bauwirtschaft legte mit Ausnahme von Kärnten in allen Bundesländern zu. Der Dienstleistungssektor erreichte 2012 nur ein leichtes Plus, der Handel und Tourismus erlitten deutliche Einbußen.

Die Arbeitslosenquote ist im Vorjahr in allen Bundesländern mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg gestiegen. 2013 werde sie noch höher ausfallen, eine Trendwende sei erst 2014 zu erwarten, so Bruckbauer. Den stärksten relativen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen seit der Krise hat es in Oberösterreich gegeben, verzeichnet allerdings mit 4,5 Prozent noch immer die geringste Arbeitslosenquote. Am höchsten ist sie in Wien mit 9,5 Prozent. Der Österreich-Schnitt betrug 7,0 Prozent.

Für 2013 prognostizieren die Bank Austria-Ökonomen für Gesamtösterreich ein Wachstum von 0,9 Prozent.