Arbeitsmarkt in der Krise: 25 Prozent mehr Arbeitslose. In der Vorwoche stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 66.000 Personen an. 22.000 Anrufe bei AMS NÖ.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 24. März 2020 (05:23)
Industriebetriebe dürfen weiter produzieren. 4.800 NÖ Betriebe haben sich beim AMS über Kurzarbeit informiert.
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Von Montag bis Donnerstag haben sich exakt 13.319 Personen beim AMS Niederösterreich arbeitslos gemeldet – ein noch nie da gewesener Negativrekord am heimischen Arbeitsmarkt. „Wir hatten noch nie eine Woche, in der so viele Menschen arbeitslos geworden sind wie jetzt“, fasst AMS-NÖ-Chef Sven Hergovich die aktuelle Lage zusammen. „Ich gehe davon aus, dass wir die höchste je gemessene Märzarbeitslosigkeit haben werden“, so Hergovich zur NÖN.

Derart hoch sind die Zahlen für den März auch, weil jetzt viele Saisondienstverhältnisse geendet haben, die ansonsten in wenigen Wochen geendet hätten. Insgesamt sind jetzt 66.778 Personen beim AMS NÖ arbeitslos gemeldet – ein Bestandsplus von fast 25 Prozent allein im Zeitraum Montag bis Donnerstag der Vorwoche.

Das AMS Niederösterreich hatte in der Vorwoche dementsprechend viel zu tun. Fast 22.000 Anrufe wurden beantwortet. Neben den einlangenden Anträgen auf Arbeitslosengeld informierten sich auch 4.800 Unternehmen über die neue „Corona-Kurzarbeit“. Eine Bilanz über die tatsächlichen Anträge auf die „Corona-Kurzarbeit“ werde es erst im Lauf der Woche geben, so Hergovich – Anträge darauf sind erst seit Donnerstagabend möglich.

400 Millionen Euro für Kurzarbeitsmodell

Für das neue Kurzarbeitsmodell hat die Bundesregierung 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es ist für alle Unternehmen zugänglich und umfasst eine vereinfachte Abwicklung und die Arbeitszeitreduktion auf Null über längere Perioden eines Durchrechnungszeitraums. Zustimmung zu diesem Modell kommen aus Niederösterreich etwa von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und deren designiertem Nachfolger Wolfgang Ecker.

Insgesamt hat die Bundesregierung ein 38 Milliarden Euro schweres Maßnahmenpaket für die österreichische Wirtschaft in Aussicht gestellt. Außerdem hat das Land Niederösterreich bereits vor zwei Wochen einen Haftungsrahmen in Höhe von 20 Millionen Euro bereitgestellt.