Der Autohandel ist in Gefahr. Schlechte Verkaufszahlen und gedrückte Stimmung im heimischen Fahrzeughandel.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:27)
Die Lager sind (fast) voll, aber die Kaufkraft ist derzeit so niedrig wie nie. Für den Fahrzeughandel kann das das Sterben von kleinen wie großen Autohäusern bedeuten.
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Corona hat den Autohandel in eine tiefe Krise gestürzt. Im ersten vollen Monat nach dem Shutdown, im Mai, wurden in Niederösterreich 3.934 Pkw neu zugelassen – gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 ist das ein Minus von 31,6 Prozent! Und die zwei Monate davor (März und April) waren noch schlimmer.

„Das Autoverkäuferleben war schon einfacher“ – Wolfgang Schirak.
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Wolfgang Schirak, Branchenobmann Fahrzeughandel in der NÖ Wirtschaftskammer, ist schon vier Jahrzehnte im Autohandel, aber so etwas habe er noch nicht erlebt. Er fürchtet den Tag X, an dem die Stundungen fällig werden: „Dann schließe ich ein Sterben von kleinen wie großen Autohäusern nicht aus!“ Laut einer österreichweiten Studie des Fachmagazins „Auto & Wirtschaft“ zittert jeder vierte Betrieb um seine Zukunft. „Die Menschen haben derzeit andere Probleme, als ein Auto zu kaufen“, weiß Schirak. Und er nennt zwei Ansätze, um den Handel wieder anzukurbeln, um die Menschen wieder verstärkt in die Geschäfte zu bringen – nur: Da müsste die Regierung mitspielen.

„Erstens brauchen wir eine Ökoprämie für die Privaten, wo wir gleich die alten Autos von der Straße holen, und zweitens brauchen wir eine Vorsteuerabzugsfähigkeit auch für die Firmen-Pkw.“ Seit mehreren Wochen wird diesbezüglich verhandelt. „Wir brauchen auch eine Hilfe von der Regierung!“, betont Schirak. Es geht um viele Arbeitsplätze.

An eine Preisschlacht glaubt der St. Pöltner übrigens nicht: „Aktionen hat es immer gegeben, die Aktionen jetzt befassen sich (in)direkt mit Corona (wie das „Sorgenfrei-Paket“ von Hyundai, Anmerkung der Redaktion) – und das finde ich gut so!“ Es wird eher zu einem Engpass bei den neuen Autos kommen, denn „die angekündigten Neuheiten werden sich um sechs bis acht Wochen verspäten …“

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