In den Bus passt kein Babyelefant. Während überall Abstandsregeln gelten, quetschen sich Schüler in Öffis. Eltern sind besorgt.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:27)
Gedränge am Morgen: Schüler und Pendler quetschen sich in den Bus.Eltern schlagen deshalb Alarm.
Lisa Röhrer

In Schulen gelten Abstandsregeln. Am Weg dorthin gibt es die nicht. Das zeigt sich beim Lokalaugenschein am St. Pöltner Bahnhof, Mittwoch, kurz nach 7 Uhr: Viele Menschen warten an den Haltestellen. Als der Bus kommt, drängen Kinder und Erwachsene hinein. Die Tür geht gerade noch zu. Menschen stehen dicht gedrängt nebeneinander. Wegen solchen Bildern – die es in ganz Niederösterreich gibt – schrillen bei Eltern seit Wochen die Alarmglocken.

Verstärkerbusse wegen Corona gibt es nicht

Als Lösung werden zusätzliche Busse gefordert. Die gibt es bisher aber nicht. Beim Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) betont man, dass auch in „normalen“ Jahren immer wieder Verstärkerbusse eingesetzt werden, wenn Öffis überfüllt seien. Anhand einer Verkehrszählung werde beurteilt, ob das notwendig ist. Überall, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, Verstärker einzusetzen, sei aber nicht möglich. Laut der Covid-19-Verordnung ist das auch gar nicht nötig: Dort sind öffentliche Verkehrsmittel beim Mindestabstand ausgenommen.

Die Verkehrslandesräte haben eine andere Lösung. Sie forderten das Bildungsministerium auf, die Schulbeginnzeiten anzupassen, um die Öffi-Nutzung besser zu verteilen, berichtet Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP). Momentan können Schulen den Beginn erst verändern, wenn die Schul-Ampel auf Orange springt, erklärt Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Zurzeit zeigt die jedoch nur gelb.

Schleritzko und der VOR wollen beruhigen: „Der Furcht vor einer Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt die statistische Grundlage“, meint der Landesrat. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigt, dass es in Österreich noch keinen Öffi-Cluster gegeben habe. Wichtig sei laut Schleritzko und VOR der Mund-Nasen-Schutz. Den trugen zumindest beim Lokalaugenschein in St. Pölten alle Fahrgäste.