Müllmengen steigen an. Entsorgungsspezialist Brantner aus Krems verzeichnet höheres Müllaufkommen von rund zehn Prozent. Appell an Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, ausmisten aktuell zu Unterlassen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 26. März 2020 (15:28)
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„In der aktuellen Situation befindet sich fast ganz Niederösterreich zu Hause. Daraus ergeben sich automatisch höhere Abfallmengen in den Privathaushalten“, fasst Stefan Tollinger, Geschäftsführer der Brantner Environment Group GmbH mit Sitz in Krems, zusammen. Gleichzeitig gebe es natürlich sinkende Abfallmengen im Kleingewerbe. In Summe ergibt sich daraus dennoch ein Plus – die anfallenden Müllmengen sind bei Brantner seit Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen um zehn Prozent angestiegen. Die Abholfrequenzen bei Brantner bleiben aber dennoch unverändert. „Hierzu sehen weder die Umweltverbände noch wir als Dienstleister die nötige Veranlassung“, erklärt Tollinger. Im Frühjahr werde die Abholfrequenz für Biomüll ohnehin wie jedes Jahr von einem zweiwöchigen auf ein einwöchiges Intervall erhöht.

Appell: Zurückhaltung beim Ausmisten

Viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher könnten in dieser Phase natürlich auf die Idee kommen, zu entrümpeln – allerdings rät Tollinger davon ab. „Dass es im Frühjahr auch vermehrt zu Entrümpelungen von Kellern, Garten, etc. kommt ist absolut gewöhnlich und seit Jahrzehenten schon Tradition. Aktuell ist jedoch etwas Zurückhaltung gefragt, da fast alle Sammelzentren der Verbände – sie sind meist die erste Anlaufstelle für Sperrmüll – aufgrund von Covid-19 geschlossen haben. Auch unsere betriebseigenen Brantner-Standorte dürfen von externen Personen aktuell nicht betreten werden.“

Brantner ist gewerblich im gesamten Bundesland Niederösterreich tätig, in der kommunalen Entsorgung etwa in Gmünd, Zwettl (Brantner Dürr), Krems Stadt und Land, Hollabrunn, St. Pölten Land (Brantner) und Scheibbs (über die Abfallwirtschaft Ötscherland). Insgesamt sind rund 85 Fahrzeuge im Einsatz.

Kasser: "Ressourcen für Normalbetrieb erhalten"

Anton Kasser, Präsident der NÖ Umweltverbände, hat bisher übrigens noch kein erhöhtes Müllaufkommen registriert. Dafür brauche es noch ein wenig Zeit, da die Maßnahmen der Regierung noch nicht sehr lange wirksam sind. Auch er appelliert eindringlich an die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, alle nicht unbedingt nötigen Wege und Fahrten zu unterlassen. „Dazu zählen insbesondere auch der Abtransport von Grünschnitt und Sperrmüll. Hier stellen wir fest, dass die Bevölkerung ihre Zeit oftmals dafür nutzt, diese Abfälle zu entsorgen.“ Er plädiert dafür, dies zu unterlassen: „Die Ressourcen sollen für den Normalbetrieb erhalten werden.“ Auch bei den NÖ Umweltverbänden insgesamt laufe die Abfallentsorgung derzeit normal ohne Aufstockung der Abholfrequenzen.