Coronakrise sorgt für Negativrekord bei Arbeitslosen. Von Montag bis Donnerstag haben sich exakt 13.319 Personen beim AMS Niederösterreich arbeitslos gemeldet – ein noch nie dagewesener Anstieg.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 23. März 2020 (06:00)
Symbolbild
APA/Herbert Neubauer

„Wir hatten noch nie eine Woche, in der so viele Menschen arbeitslos geworden sind wie jetzt", fasst AMS-NÖ-Chef Sven Hergovich im Gespräch mit der NÖN die aktuelle Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt zusammen. Dabei liegen die Zahlen von Freitag noch gar nicht vor - sie werden erst im Lauf des heutigen Montags bekannt. „Ich gehe davon aus, dass wir die höchste je gemessene Märzarbeitslosigkeit haben werden", so Hergovich.

Sven Hergovich, seit Juli 2018 Geschäftsführer des AMS Niederösterreich.
Franz Gleiß

Montag und Dienstag waren die beiden Tage der Vorwoche, an denen sich die meisten Menschen arbeitslos gemeldet haben. Derart hoch sind die Zahlen für den März auch, weil jetzt viele Saisondienstverhältnisse geendet haben, die ansonsten in wenigen Wochen geendet hätten. Insgesamt sind jetzt 66.778 Personen beim AMS Niederösterreich arbeitslos gemeldet - ein Bestandsplus von fast 25 Prozent allein im Zeitraum Montag bis Donnerstag der Vorwoche. Die höchsten Anstiege wurden im Tourismus mit 3.949 Personen (+ 82,5 Prozent) und am Bau mit 1.810 Personen (+ 30,6 Prozent) verzeichnet.

22.000 Anrufe beim AMS Niederösterreich

Das AMS Niederösterreich hatte in der Vorwoche dementsprechend viel zu tun. Fast 22.000 Anrufe wurden beantwortet. „Die Arbeitsbelastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war enorm“, zollt Hergovich seinem Team Respekt. Er würde sich wünschen, dass man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso hohen Respekt entgegenbringt wie den Beschäftigten im Handel und in der Gesundheitsversorgung.

Kurzarbeit extrem nachgefragt

Neben den einlangenden Anträgen auf Arbeitslosengeld hatte das AMS Niederösterreich auch einen großen Andrang bei Unternehmen, die ein „extrem großes Interesse“ an der neuen Corona-Kurzarbeit hatten. „4.800 Unternehmen haben sich nach diesem Kurzarbeits-Modell erkundigt.“ Wie viele die Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden, kann jetzt noch nicht gesagt werden. „Wir werden nächste Woche eine erste Bilanz zur Kurzarbeit ziehen können“, erklärt Hergovich. Schon jetzt – die Anträge auf Kurzarbeit sind ja erst seit Donnerstag Abend möglich – bittet Hergovich um Geduld mit dem AMS. „Wir garantieren, dass jeder, der einen Antrag stellt, binnen 48 Stunden eine Reaktion darauf bekommt. Wir gehen aber davon aus, dass uns sehr viele Anträge ereilen werden.“