Crowd-Funding-Projekt im Waldviertel soll KMU stärken. Der Wirtschaftsbund Niederösterreich hat am Montag im Beisein von Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (V) ein neues ergänzendes Finanzierungsmodell für kleine- und mittlere Betriebe (KMU) vorgestellt.

Erstellt am 06. Mai 2013 (14:25)
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Werner Groiß wurde vom Wirtschaftsbund in Stellung gebracht.
Mit dem "Crowd-Funding-Projekt", das vorerst im Waldviertel zum Einsatz kommt, sollen private Investoren angelockt werden, in heimische Betriebe zu investieren. Das würde deren Eigenkapitalquote steigern, was wiederum bessere Aussichten auf Kapitalbeschaffung am Markt bedeute, hieß es in der Aussendung.

"Bei meinem Modell vergeben Unternehmen Genussrechte an Anleger, die steuerrechtlich als Fremdkapital, unternehmensrechtlich aber als Eigenkapital behandelt werden können", erklärte Werner Groiß, Sprecher des Wirtschaftsbunds Waldviertel. Durch ein erhöhtes Eigenkapital kämen KMU folglich schneller und leichter an Kredite und Förderungen.

Auf einer sogenannten "Public-Placement-Plattform" werden künftig Unternehmensbeschreibung und Projektplanung öffentlich vorgestellt - zu Informationszwecken für private Investoren, wie es hieß. Die wesentlichen Punkte für eine Gewinnbeteiligung würden zudem ausgewiesen, so Groiß. Das Investitionsvolumen bliebe aber unter 100.000 Euro, damit keine Prospektpflicht - so wie bei Wertpapieren - anfällt. Bewertungen sowie Kaufempfehlungen würden auf der Plattform allerdings nicht angegeben werden, betonte der Sprecher.

Der Gewinn für private Geldgeber würde sofort endversteuert ausgeschüttet werden, um "unwissentliche Steuerbetrugsfälle" auszuschließen, ergänzte Groiß. Vorerst soll das Projekt nur im Waldviertel umgesetzt werden. Eine Ausdehnung auf weitere Regionen ist aber laut Groiß durchaus vorstellbar.