Das Internet lebt weiter. Soziale Netzwerke, Spiel-Plattformen und Co: Bestatter helfen Angehörigen beim Suchen von Profilen verstorbener Nutzer.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 01. November 2016 (02:35)
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Wiener Städtische

Es gibt ein Leben nach dem Tod – zumindest, was persönliche Spuren im Internet betrifft. Diese bleiben nämlich auch nach dem Ableben ihres Erzeugers bestehen – quasi als digitales Erbe.

Und um dieses kümmert sich ab nun – bislang einzigartig in Österreich – der „Digitale Nachlass Service“ des Wiener Vereins (Tochtergesellschaft der Wiener Städtischen Versicherung). Mussten sich Hinterbliebene bis dato selbst im Internet auf „Spurensuche“ begeben, übernimmt dies nun der Bestatter.

Die Vorteile: Oft wissen Erben nichts über vorhandene digitale Identitäten des Verstorbenen, geschweige denn über etwaige Zugangsdaten. Dieses Problem löst nun eine eigene Software, die bis dato nur in Deutschland zum Einsatz kam. Mit deren Hilfe werden vom Bestattungsunternehmen Internet-Verträge und Konten des Verstorbenen bei (derzeit) 150 Online-Anbietern recherchiert und gekündigt, deaktiviert oder auf Wunsch auf die Hinterbliebenen übertragen.

Guthaben (etwa auf Spiele-Plattformen) oder finanzielle Verbindlichkeiten scheinen ebenso auf und können bei Bedarf gekündigt werden, sodass von den Hinterbliebenen keine Kosten getätigt werden müssen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, Profile auf sozialen Netzwerken über die Software in den sogenannten „Gedenkzustand“ zu versetzen. Manko: Es können nur jene Online-Profile ausfindig gemacht werden, bei denen der Verstorbene mit vollständigem (richtigem) Namen und gegebenenfalls Geburtsdatum registriert war.

Der Service kann in neue oder bestehende Wiener-Verein-Verträge eingeschlossen oder direkt bei Bestattern in ganz Österreich abgeschlossen werden. Weitere Infos: www.wienerverein.at