Bildungskonzil Heldenberg: Startschuss zur Umsetzung. Die Denkwerkstatt am Heldenberg, ins Leben gerufen von der Wirtschaftskammer Niederösterreich, geht heuer in die dritte Runde. Das Thema: „Kulturen im Wandel der Bildung“. An der konkreten Umsetzung der Ideen aus den Vorjahren wird jetzt gearbeitet.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 16. Januar 2019 (16:41)
WKNÖ/ Josef Bollwein
Tim Unger, wissenschaftlicher Leiter des Bildungskonzils Heldenberg (v. l.), WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Konzilsteilnehmer Günter Thumser.

Ideen im Bereich der Bildung finden, diskutieren und umsetzen – das ist die Intention hinter dem Bildungskonzil Heldenberg, das 2018 zum zweiten Mal stattfand. Hervorgerufen wurde diese Initiative in Form einer Klausur von der Wirtschaftskammer NÖ. Das außergewöhnliche daran: 2,5 Tage sind für dieses Bildungskonzil veranschlagt – und das, wo Zeit das rare Gut dieser Gesellschaft ist. „Wer nimmt sich schon so einfach so viel Zeit?“, zollte auch WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl bei einer Zwischenbilanz vor Unternehmern und Journalisten den rund 100 Teilnehmern in jedem Jahr Respekt. Im Vorjahr stand das Bildungskonzil Heldenberg unter dem Titel „Braucht künstliche Intelligenz Bildung?“.

Ernüchternde Bilanz

Dass Diskussionen zum Thema Bildung wichtig sind, da ist sich auch Tim Unger, wissenschaftlicher Leiter des Bildungskonzils und Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaften, sicher. „Ich glaube, dass die Schule Neugierde und Querdenken zunehmend austreibt“, so seine ernüchternde Bilanz über das heimische Bildungssystem.

Projekt zur besseren Vernetzung

Neben vielen Ideen wurde jetzt auch ein konkretes Projekt aus den Erkenntnissen der vergangenen zwei abgehaltenen Bildungskonzile beschlossen. „Im Vorjahr wurden drei Projekte aus den Ideen des Konzils 2017 erarbeitet. Eines davon wird jetzt umgesetzt“, erklärt Stefan Gratzl, Leiter der Abteilung Bildung in der Wirtschaftskammer NÖ, gegenüber der NÖN. Konkret sollen Landesberufsschulen und Unternehmen in Niederösterreich unter dem Titel „Brückenschlag: Wirtschaft-Bildung“ besser miteinander verflochten werden.

„Es soll einen intensiveren Austausch zwischen den Lehrenden und der Wirtschaft geben“, erklärt Gratzl. Zum einen soll es Unternehmern erleichtert werden, ihre Praxiserfahrung einfacher in den Unterricht an den Landesberufsschulen einzubringen. Umgekehrt sollen auch die Lehrenden an den Landesberufsschulen leichteren Zugang zur Praxis – also zu den Unternehmen – bekommen. Wie dies im Detail umgesetzt werden soll, wird aktuell erarbeitet. Es wurde jedenfalls eine Projektgruppe installiert, die bis September genaue Infos liefern will. Finanziert wird diese Umsetzung von der Wirtschaftskammer NÖ.

Das Überthema des Bildungskonzils Heldenberg für heuer ist „Kulturen im Wandel der Bildung“. Das Bildungskonzil wird von 19. bis 21. September stattfinden.

www.bildungskonzil-heldenberg.at