Erstellt am 10. März 2014, 11:48

von Markus Lohninger

„Der Holz-Import wird versiegen“. Sägewerke in Tschechien ausgebaut. Plan für Megawerk sorgt in NÖ für Aufregung.

Von Markus Lohninger

Wenn 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt im tschechischen Vodnany nahe Budweis um 146 Millionen Euro ein Riesen-Sägewerk geplant ist, dann lässt das nicht nur Transport- und Holzverarbeiter im Waldviertel aufhorchen: NÖ importiert 2,57 Millionen Tonnen Holz im Wert von 520 Millionen Euro pro Jahr aus Tschechien, darunter eine Million Festmeter Rundholz.

Exakt so viel soll in Vodnany, wie die tschechische „Hospodarske noviny“ (HN) berichtet, jährlich verarbeitet werden – und dem Export als Rohware entzogen werden.

Für Mai ist, wie HN schreibt, eine Volksabstimmung in Vodnany anberaumt. Betreiber soll die Firma Schweighofer sein. Sie errichtete einst Sägewerke (wie das Stammwerk in Brand im Bezirk Zwettl) und verkaufte sie schließlich an Stora Enso.

„Der Import für Rundholz und Biomasse wird versiegen.“

Gerald Schweighofer relativiert den HN-Bericht: Man wolle in Tschechien schon lange einen Grund kaufen, sei aber „in den letzten vier Jahren bei vier Standorten gescheitert“. Es sei noch unklar, ob man überhaupt etwas „Richtung Holz machen oder einfach ein Industriegrundstück erschließen und vermarkten“ wolle.

Gmünds Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Peter Weißenböck, selbst Transporteur, gibt sich keinen Illusionen hin: „Ob das Werk kommt oder nicht – es gibt in Tschechien einen starken Ausbau von Heiz- und Sägewerken. Der Import für Rundholz und Biomasse wird allmählich versiegen.“