Der Rasen, der die Welt bedeutet. In Deutsch Brodersdorf im Bezirk Baden wird Rollrasen hergestellt, der in Fußballstadien und Gärten auf der ganzen Welt zum Einsatz kommt.

Erstellt am 14. Mai 2015 (07:05)
NOEN, Richter Rasen
Das Champions League Finale 2015 in Berlin geht auf einem Rasen von Richter über die Bühne.
Am 6. Juni 2015 blickt die versammelte Fußballwelt ins Berliner Olympiastadion. Denn dann geht das diesjährige Champions League Finale über die Bühne. Ob sich nun Alaba, Messi oder Ronaldo auf dem Rasen des Olympiastadions um den Titel duellieren, wird sich erst herausstellen. Eines ist jedoch jetzt schon sicher: Sie werden auf dem Rasen des Unternehmens Ritter Rasen aus Deutsch Brodersdorf im Bezirk Baden dem Ball hinterherjagen.

Das Familienunternehmen wurde 1906 von Heinrich Richter gegründet. In den letzten 109 Jahren etablierte sich der Betrieb und zählt heute zu den weltweit führenden Produzenten für Rollrasen. Die in der fünften Generation tätige Geschäftsführerin Bianca Richter ist stolz auf ihr Produkt: „Unser Rasen wird in die ganze Welt verkauft. Derzeit produzieren wir zirka 300 Hektar Rasen in Österreich und der Slowakei.“

Rasen ist nicht gleich Rasen

Um sich am Weltmarkt behaupten zu können, betreibt das Unternehmen eine eigene Rasenforschung. „Wir unterstützen Universitäten und Forschungsinstitute weltweit. Denn Rasen ist nicht gleich Rasen“, weiß die Geschäftsführerin, die für jeden Kunden die passende Rasensorte zu bieten hat: „Die Beschaffenheit des Grases ist je nach Einsatzort unterschiedlich. Der Rasen, der in einem Fußballstadion oder auf einem Golfplatz verlegt wird, ist nicht der gleiche, wie wir ihn aus unseren Gärten kennen. Da geht es um die Dichte, Züchtung und Stabilität.“

Aus diesem Grund betreibt das Unternehmen seit seiner Gründung auch die 1. Österreichische Rasenschule, in der alle global verfügbaren Rasengräser getestet und für ihre Einsatzgebiete optimiert werden.
Spezialisiert hat sich Richter vor allem auf Stadionrasen. Neben dem bereits angesprochenen Berliner Olympiastadion zählen zahlreiche weitere Fußballarenen zu den Kunden der Firma aus dem Bezirk Baden.

„Wir haben das Ernst Happel Stadion anlässlich der Europameisterschaft 2008 mit einem komplett neuen Rasen ausgestattet. Außerdem liegt unser Produkt auch im Olympiastadion in Kiew, wo wir für die Europameisterschaft 2012 den Auftrag bekamen“, erklärt Richter die Verbundenheit zum Fußball.

Weiters findet sich der Rasen in den Stadien von Dynamo Moskau und Real Madrid. Neben dem runden Leder jagen Sportler weltweit auch etwas kleineren Bällen auf dem Richter-Grün nach. Denn auch zahlreiche große Golfplätze wurden von Richter ausgestattet.

NOEN, Richter Rasen
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Doch die Produkte des Badener Unternehmens sind auch für den normalen Hausgebrauch zugänglich. „Wir produzieren natürlich auch zahlreiche Spiel-, Zier- und Hobbyrasen für den Endverbraucher im eigenen Garten“, so Richter.
Damit der Kunde auch lange Zeit viel Freude an dem schönen Grün im Garten hat, empfiehlt Geschäftsführerin Richter die passende Pflege für den Rasen: „Es gibt viele Grundbegriffe, die man als Gärtner oder Hausbesitzer mit Garten sowieso kennt. Aber es kommt auch auf den richtigen Zeitpunkt fürs Düngen, Bewässern und Mähen an.“

So sollte neben der Bewässerung auch das Mähen gelernt sein. Richter empfiehlt: „30 bis 45 Millimeter sollte der Rasen lang sein. Damit gewährleistet man, dass das Gras genügend Sauerstoff und Wasser bekommt.“

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