deutlich reduziert. hat 40 Beteiligungen verkauft, darunter Fachmarktzentren.

Erstellt am 01. Mai 2013 (07:00)
NOEN, zVg Raiffeisen Holding NÖ-Wien
„2012 war vom Umfeld her ein turbulentes Jahr“, sagt Raiffeisen-NÖ-Wien-Chef Klaus Buchleitner. Vor allem die historisch niedrigen Zinssätze und Restrukturierungsmaßnahmen hätten die Ergebnisse beeinflusst.zVg

Von Heinz Bidner

Vor einem Jahr waren es etwa 740 Beteiligungen, jetzt sind es rund 700. Die Raiffeisen Holding NÖ-Wien hat ihre direkt und indirekt gehaltenen Unternehmensbeteiligungen bereinigt. Aktuell gibt es „keine konkreten Pläne“ für weitere Ver- oder auch Zukäufe, sagt Generaldirektor Klaus Buchleitner.

Zu den vorjährigen Verkäufen zählen unter anderem 14 heimische Fachmarkt- und Einkaufszentren an die Uniqa, die Hälfte davon in NÖ: Promenade St. Pölten, FMZ Ybbs, Neue Marktgasse Stockerau, Eurocenter Hollabrunn, FMZ Melk, FMZ Amstetten, FMZ Strasshof. Das verlustreiche Außenwerbeunternehmen Epamedia wurde ebenso abgegeben wie der 16,23-prozentige Anteil an der Raiffeisenbank in Ungarn.

Aufgrund stabiler Beteiligungserträge fuhr die Holding in der Einzelbilanz zwar ein Betriebsergebnis von 46,2 Millionen Euro ein und wird 41 Millionen Euro als Dividende – allen voran an die NÖ-Raiffeisenbanken als Eigentümer – ausschütten. Das Konzernergebnis färbte sich wegen Restrukturierungsaufwendungen, Bewertungsänderungen, der Verkäufe von Epamedia und Raiffeisen Ungarn allerdings erstmals rot und lag bei minus 26 Millionen Euro.

Mit der Entwicklung der großen Beteiligungen wie Agrana, Südzucker, LLI, NÖM und Strabag zeigt sich Veronika Haslinger, zuständige Geschäftsleiterin der Holding, zufrieden. Bei Renergie wäre die kritische Masse noch nicht erreicht.

Die wichtigste Beteiligung, die Raiffeisen Landesbank (RLB) NÖ-Wien, musste angesichts des niedrigen Zinsniveaus und dadurch sinkender Margen sowie des Raiffeisen-Ungarn-Verkaufs trotz starkem Einlagen- und Kreditwachstum Abstriche hinnehmen. Der Konzernjahresüberschuss sank von 111 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 23 Millionen Euro, so Buchleitner, der auch RLB-Chef ist.

Für mediales Aufsehen sorgte vergangene Woche ein Rechenfehler der RLB bei einem Swap-Geschäft mit der Stadt St. Pölten, um das zudem ein Rechtsstreit tobt. Demnach hatte die RLB der Stadt fälschlicherweise mitgeteilt, dass ihr Zinsabsicherungsgeschäft nicht mit einem zweistelligen Millionenbetrag im Minus liegt, sondern mit 1,2 Millionen Euro im Plus.

Raiffeisenbanken mit bestem Ergebnis

Die eigenständigen Raiffeisenbanken in NÖ schlossen 2012 indes mit dem bisher besten Ergebnis ab. Das Betriebsergebnis stieg auf 114 Millionen Euro, keine einzige Bank schrieb Verluste. Im letzten Jahr schrumpfte die Zahl der Institute von 72 auf 70: Hohenruppersdorf fusionierte mit Mistelbach und Göllersdorf mit Hollabrunn.