Die Welt will „Bio“ aus Niederösterreich

Erstellt am 09. August 2022 | 14:00
Lesezeit: 3 Min
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Auf der Messe in Nürnberg: Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann, deutscher Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, Biobauer Franz Mayer und Lebensmittelkontrollorin Heidi Kottnig.
Foto: Privat
Sonnentor, Höllinger, Demeter und viele weitere niederösterreichische Betriebe haben zuletzt im Messezentrum Nürnberg ihre Bio-Produkte präsentiert. Der deutsche Agrar-Minister sah Österreich als Vorbild für das Nachbarland.
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Nach langer pandemiebedingter Pause fand gerade wieder die größte Fachmesse für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik in Nürnberg statt. Vertreten waren dort unter den 2.276 Ausstellern aus 94 Ländern auch 83 österreichische Bio-Betriebe. Mit dabei waren auch einige niederösterreichische Firmen wie Höllinger Juice, Demeter und Sonnentor.

Sie konnten ihre Produktvielfalt in zwei Bereichen zeigen: Die Messe bot einerseits einen Bereich für Lebensmittel, die eigentliche „Biofach“ und andererseits einen Bereich für Kosmetik, die „Vivaness“.

Österreichische Bio-Landwirtschaft hat guten Ruf

Auf der Messe zeigte sich, dass der Ruf österreichischer und niederösterreichischer Bio-Produkte in Deutschland und anderen Ländern hervorragend ist. Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir meinte, dass Österreichs Biolandwirtschaft vorbildhaft für Deutschland sei. Immerhin weise Österreich bald ein Viertel seiner landwirtschaftlichen Flächen als biologisch aus. In Deutschland seien dies gerade einmal elf Prozent.

Deutschland wolle Österreich bis 2030 in seinen Biolandflächen überholen und den Anteil auf 30 Prozent steigern, meinte der Landwirtschaftsminister. Der Niederösterreicher Johannes Gutmann, Gründer von Sonnentor, schmunzelte und sagte: „Wir nehmen den Wettbewerb an.“ Der Waldviertler Unternehmer ist bei der Biofachmesse bereits ein bekannter Gast. Auch der deutsche Landwirtschaftsminister bekennt, dass er Tee aus dem Waldviertel liebe.

Biokontrollorin Heidi Kottnig, betonte Vorteile der Biolandwirtschaft. „Biolandwirtschaft bietet Antwort auf den Klimawandel“, ist sie überzeugt. Wenn die Pflanzen und Tiere widerstandsfähiger sind benötige man auch weniger Pestizide und Dünger, meint sie.

Zudem wurde auf der Messe diskutiert, dass sich die Preise konventioneller Produkte seit der Ukraine-Krise immer mehr an die Preise von Bioprodukten annähern. Biobauer Franz Mayer aus Traismauer (Bezirk St. Pölten), welcher die Biomarke Demeter auf der Messe vertritt, sei überrascht, dass Bio-Butter teilweise gleich viel kostet wie eine konventionelle Butter.

Neben den bereits erwähnten Betrieben Sonnentor, Höllinger Juice und Demeter waren unter anderem auch folgende niederösterreichische Biobetriebe bei der Biofachmesse dabei: Reinsaat, LVA, Schneiders Gemüseland, Kern Tec GmbH, Jungheit, Hanfland, Genusskoarl E.U., Fab4minds Informationstechnik GmbH, Bioservice Zach Ges.m.b.H und Bake Affair.