Druck auf Frauen hat zugenommen. Seit mittlerweile 15 Jahren berät der Verein "abz*austria" in Wien Frauen bei der Jobsuche wie auch bei der Aus-und Weiterbildung. Ziel der gemeinnützigen Organisation sei die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt, erklärte Geschäftsführerin Manuela Vollmann in einer Pressekonferenz am Dienstag.

Erstellt am 02. August 2011 (15:03)
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Seit Bestehen der Frauenberatungsstellen seien zwar die Themen - Arbeitssuche und Berufsorientierung - gleichgeblieben, dennoch habe es Veränderungen gegeben: "Der Druck auf Frauen hat zugenommen."

Einer der Hauptgründe dafür sei die Teilzeitarbeit, die bei Frauen noch immer stark verbreitet sei. Dass der Druck auf Frauen zugenommen habe, ist ein Umstand, den auch das AMS Wien bereits registriert hat. Im ersten Halbjahr 2011 habe es einen starken Zugang in die Arbeitslosigkeit bei Frauen von 30 bis 34 Jahren sowie von 55 bis 59 Jahren gegeben, berichtete AMS Wien-Chefin Claudia Finster. Die Betroffenen seien vor allem aus jenen Branchen gekommen, in denen es eigentlich viele offene Stellen gebe: dem Handel, dem Gesundheits-und dem Dienstleistungsbereich. "Das deutet einhellig darauf hin, das der Druck dort zu groß ist", so Finster.

Laut Vollmann hätten in den vergangenen Jahren zudem vermehrt Akademikerinnen eine Beratung Anspruch genommen: "Das sind Frauen mit guter, aber leider nicht nachgefragter Ausbildung." In Jobausschreibungen würde nämlich geschaut werden: "Das ist der Job, das ist die richtige Ausbildung", kritisierte sie. Auf Kompetenzen werde kaum geachtet.

Vermehrt hätten sich im Laufe der vergangenen Jahre auch Anfragen nach finanzieller Unterstützung, berichtete Vollmann mit einem Verweis auf die steigende "versteckten Arbeitslosigkeit". Dabei handle es sich um Frauen, die keine Unterstützungen bekommen würden, weil der Partner zu viel verdiene. Es gebe auch Frauen, die sich freiwillig beim AMS abmelden würden, weil sie das Gefühl hätten, "den Anspruch nicht zu erfüllen, für den Arbeitsmarkt vermittelbar zu sein". Als Positiv bewertete Vollmann, dass es im Laufe der Zeit eine verstärkte Nachfrage in Sachen Weiterbildung gegeben habe.

Seit 1996 gibt es die "abz*beratung für frauen" in Wien. An zwei Standorten, in Meidling und in Floridsdorf, werden Hilfesuchende mit Wohnsitz in der Bundeshauptstadt kostenlos unterstützt. Das Angebot richtet sich sowohl an erwerbslose wie auch an berufstätige Frauen jeden Alters. Im Vorjahr nahmen 1.329 Frauen in der Bundeshauptstadt das Angebot in Anspruch. Rund 22 Prozent davon hätten einen Migrationshintergrund.

Der Verein "abz*Austria", zu dem die Frauenberatungsstellen gehören und der auch Standorte im Burgenland und Vorarlberg unterhält, finanziert sich über Projekte. Die beiden Beratungsstellen in der Bundeshauptstadt werden vom AMS Wien, dem Europäischen Sozialfonds und der MA 57 (Frauenabteilung) unterstützt. Das AMS hat laut Finster 2010 Projekte mit 2,2 Mio. Euro unterstützt. Die stellvertretende Abteilungsleiterin der MA 57, Daniela Cochlar betonte: "Wir fördern abz* seit dem ersten Jahr und wenn es nach uns geht, würden wir das auch gerne weiter tun."