Mehr Junge wollen Lehrberuf ergreifen. Seit 2015 steigt die Zahl der Lehranfänger in NÖ – auf aktuell 4.650 Personen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 29. Januar 2019 (00:14)
dotshock/Shutterstock.com
Symbolbild

Niemand macht mehr eine Lehre, weil alle Jugendlichen eine weiterführende Schule besuchen und dann studieren? Mitnichten. Die Zahl der Lehranfänger in Niederösterreich steigt. Haben 2015 noch rund 4.040 Personen eine Lehre begonnen, waren es 2018 schon 4.650 – ein Plus von 15,1 Prozent. Rechnet man die überbetrieblichen Ausbildungen hinzu, sind aktuell rund 5.230 Personen im ersten Lehrjahr. Insgesamt waren im Vorjahr mehr als 16.150 junge Menschen in Lehrausbildung (plus 2,1 Prozent).

Wirtschaftskammer (WK) NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl führt diesen Anstieg auch darauf zurück, dass die Initiativen der WKNÖ zu greifen beginnen, die die Attraktivität der Lehre steigern und den Jugendlichen die breite Berufspalette näher bringen sollen. Seit fünf Jahren gibt es in Niederösterreich flächendeckend den Begabungskompass, bei dem theoretisch und praktisch Talente von Jugendlichen getestet werden – pro Jahr sind das 13.000 getestete Jugendliche. Auch Initiativen wie „Let’s Walz“, bei der mit der Arbeiterkammer NÖ Jugendlichen in Lehrausbildung ein vierwöchiges Auslandspraktikum ermöglicht wird, hätten zu dieser Entwicklung beigetragen.

Quelle: WKNÖ; Foto: Alexander Raths/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Grundsätzlich sei Zwazl dagegen, aus wirtschaftlichen Überlegungen Jugendlichen Empfehlungen zu geben, welchen Lehrberuf sie ergreifen sollen. „Wir haben jetzt sehr wenige Friseurlehrlinge, weil den jungen Menschen oft gesagt wurde, macht keine Friseurlehre. Ich habe immer gesagt: Bitte keine Diskriminierungen. Wenn ich wo gut bin, dann schaffe ich es auch.“

Obwohl die Zahl der Lehranfänger und damit auch die Zahl der in Lehrausbildung stehenden Jugendlichen gewachsen ist, würden noch immer „alle Betriebe, die ich besuche“ nach Lehrlingen suchen – quer über alle Branchen hinweg.