Dürre: „Situation ist schon prekär“. Nach zwei trockenen Jahren droht ein drittes, die Kammer sucht nach Lösungen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 30. April 2019 (05:11)
Christine Hell
Die Saat liegt buchstäblich im Staub. Der Dürre-Schaden in der Landwirtschaft betrug laut Hagelversicherung im Jahr 2018 rund 230 Millionen Euro in ganz Österreich.

„Das Problem zieht sich durchs ganze Bundesland“, sagt Pflanzenbaudirektor Manfred Weinhappel von der NÖ Landwirtschaftskammer zur Dürre. Laut Hagelversicherung hat es in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands in den letzten Wochen nur ein Viertel bis die Hälfte des durchschnittlichen Regens im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnitt gegeben.

Alle Kulturen leiden unter dem fehlenden Regen: Wintergetreide wie Roggen und Weizen, das jetzt in die Höhe schießen sollte. Und auch Feldfrüchte, die im Frühjahr ausgesät werden, wie Mais und Sonnenblumen. „Die werden buchstäblich in den Staub gelegt, können aber ohne Wasser nicht keimen“, sagt Weinhappel. Er nennt die Situation „prekär, sehr prekär“.

Es werde auch heuer sicher weniger Erträge geben, sagt der Pflanzenexperte, jetzt schon einen Prozentsatz zu nennen, wäre aber unseriös. Verschlimmert wird die Situation im aktuellen Jahr dadurch, dass die vergangenen beiden Jahre ebenfalls sehr trocken waren und die Bodenwasserreserven aufgebraucht sind. Das wiederum befördert Mai- und Junikäfer-Epidemien, die mancherorts schon aufkommen. „Zwei bis drei Tage guter Regen wären jetzt wichtig“, hofft Weinhappel. Worauf er nicht hofft, ist Starkregen, bei dem es binnen einer Stunde große Wassermengen abregnet.

Bei der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer am Montag war die Dürre großes Thema. Hier wurden auch Lösungswege überlegt, wie Bodenaufbau durch Humus, Investitionen in Elementarversicherungen und Versorgung der Landwirtschaft durch Donauwasser. Aber das, sagt Weinhappel, sind sehr langfristige Projekte. Regnen müsste es jetzt.