Gas für Winter gilt als sicher. Laut der Regulierungsbehörde haben politische Unruhen in der Ukraine derzeit keine Auswirkungen auf heimische Gasversorgung.

Von Gerti Süss. Erstellt am 01. September 2014 (09:37)
NOEN, dpa
Das Gazprom-Logo auf einer neuen Erdgas-Pipeline.

Über 250.000 Haushalte in Niederösterreich heizen mit Erdgas – das ist der zweihöchste Wert in Österreich nach Wien. Dass das Gas wegen des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland hierzulande knapp werden könnte, braucht laut der Regulierungsbehörde E-Control niemand zu befürchten.

„Am Gastknotenpunkt in Baumgarten kommt das russische Gas derzeit im vollen Ausmaß an. Und unsere Gasspeicher sind zu 92 Prozent gefüllt. Die Vorräte würden, je nach Witterung, zumindest für ein paar Monate reichen“, so E-Control-Vorstand Walter Boltz. Zwei der leistungsfähigsten Gasspeicher Österreichs liegen in NÖ, nämlich in Tallesbrunn und Schönkirchen.

Selbst wenn die Ukraine im Winter das russische Transitgas stoppen würde, hätte das, bis auf Preissteigerungen, kaum Auswirkungen auf Österreich. Denn da die russische Gazprom zur Lieferung vertraglich verpflichtet ist, müsste sie auf andere Transportrouten, etwa über die Ostsee, ausweichen.

Europa ist Russlands wichtigster Absatzmarkt

Dass der russische Präsident Wladimir Putin, wie vom ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk angekündigt, der EU den Gashahn ganz abdrehen könnte, glaubt Boltz nicht, denn: „Europa ist der wichtigste Absatzmarkt.“

Sollte Russland die Lieferungen dennoch einstellen, wäre allerdings mit noch höheren Preissteigerungen zu rechnen. Österreich könnte dann zwar mit den vorhandenen Vorräten über den Winter kommen. „Danach müsste man sich überlegen, wie man die Speicher wieder auffüllt“, erklärt der E-Control-Chef.

Langfristig hält Boltz Beschränkungen der Marktanteile für sinnvoll, indem beispielsweise kein Gaslieferant mehr als 30 Prozent Marktanteil in einem EU-Land haben dürfe.