Erstellt am 26. September 2017, 02:34

von Anita Kiefer

Nächstes Ziel für Start-Up "Diagnosia" ist Deutschland!. Diagnosia will mittels sechsstelliger Finanzierungssumme in Deutschland Fuß fassen.

 |  Nuno Filipe Oliveira

Das E-Medikations-Start-up Diagnosia scheint nicht aufzuhalten zu sein. 2011 gegründet, ist das Start-up, das Informationen für medizinisches Personal über Dosierung, Anwendung und Wechselwirkungen von Medikamenten bereitstellt, mittlerweile Marktführer in Österreich. 47 Gesundheitspflegeeinrichtungen und über 4.300 Ärzte nutzen die App aktuell bereits.

Lukas Zinnagl, Mitbegründer und Geschäftsführer von Diagnosia.  |  Nuno Filipe Oliveira

Nun soll auch das Ausland erobert werden, zuerst Deutschland. Dafür hat Diagnosia kürzlich eine sechsstellige Finanzierungssumme von den Risikokapitalgebern Speedinvest und GI Pharma erhalten. Der bekannte Investor Hansi Hansmann ist schon länger bei Diagnosia finanziell mit an Bord.

„Deutschland ist nach Amerika der zweitgrößte Gesundheitsmarkt“, erklärt Lukas Zinnagl, Mitbegründer, Geschäftsführer und gebürtiger Klein Pöchlarner (Bezirk Melk). Bis Ende des Jahres sollen 10.000 Ärzte in Deutschland die App nutzen, bis Ende 2018 sollen es bis 50.000 sein. „Wir wollen zeigen, dass wir das in Deutschland hinkriegen“, erklärt Zinnagl. Danach soll eine weitere Finanzierungsrunde und mit dieser Märkte wie Frankreich folgen.

„Wir haben den besten Content“

Der bisherige Erfolg des Unternehmens spricht dafür, dass das alles gelingen wird: Der Umsatz 2016 habe sich „im hohen sechsstelligen Bereich“ bewegt.

Michael Mikesch, Geschäftsführer Diagnosia.  |  Nuno Filipe Oliveira

Obwohl es Mitbewerber mit ähnlichen Ideen gibt bzw. gab – einen hat Diagnosia im Vorjahr aufgekauft –, weiß der studierte Mediziner Zinnagl, warum Diagnosia erfolgreich ist. „Wir haben ein auch kostenloses Geschäftsmodell und den besten Content, weil wir unsere Daten etwa vom Karolinska-Institut in Schweden beziehen.“ Diagnosia gibt es in einer kostenlosen Variante für Ärzte und einer kostenpflichtigen für Spitäler. Geld macht das Start-up auch dadurch, dass es als Kanal zwischen Industrie und Ärzten fungiert.

Das langfristige Ziel, das Zinnagl und sein Management-Partner Michael Mikesch (ebenfalls aus dem Bezirk Melk stammend) mit Diagnosia verfolgt, ist ein globales Digital Health-Unternehmen zu werden. Am meisten beeindruckt ihn an seiner Arbeit, dass sie „die Art verändert, wie Ärzte Menschen behandeln. Wenn dir um 23 Uhr ein Arzt eine Mail schickt, dass die App nicht geht und er deswegen nicht arbeiten kann, weißt du, dass du etwas richtig gemacht hast“.