Insolvent: Fernreisespezialist Jedek gibt auf. Die Ebreichsdorfer Jedek Reisen GmbH mit der Marke BEST4TRAVEL hat am 8. April beim Landesgericht Wiener Neustadt einen Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens gestellt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. April 2020 (12:37)
Die Ebreichsdorfer Jedek Reisen GmbH war Spezialist für Fernreisen, etwa nach Australien.
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Aufgrund der aktuellen Krise sieht sich der österreichische Fernreisespezialist, der vor mehr als 40 Jahren von Franz Josef Jedek gegründet wurde und einer der führenden Veranstalter von Reisen nach Afrika, Lateinamerika und in den Südpazifik war, zu diesem Schritt gezwungen.   


Coronavirus: Kompletter Einbruch der Umsätze

„Wir konnten nach der Reorganisation unseres Reiseveranstalters Mitte letzten Jahres das vergangene Geschäftsjahr mit einem sehr erfreulichen, positiven Betriebsergebnis abschließen. Seit Mitte März verzeichnen wir jedoch durch die Ausbreitung des Coronavirus Stornierungen in Höhe von annährend 100%. Die Umsätze wiederum sind mangels Neubuchungen auf Null gesunken und die meisten Fluglinien und großen Reiseveranstalter verweigern die Refundierung unserer Anzahlungen in Cash. Gleichzeitig müssen wir als Veranstalter den Reisepreis beziehungsweise die angezahlten Gelder unverzüglich an unsere Kunden rückerstatten. Somit sind uns die Grundlagen für eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens entzogen, da die Liquidität nicht mehr gegeben ist“, erklärt Engelbert Egger, Geschäftsführer der Jedek Reisen GmbH, den Antrag auf ein Konkursverfahren.


Vorhersagen in der Reisebranche schwierig

Ein weiterer Grund für die Insolvenz sei die Tatsache, dass man nicht vorhersagen könne, wann die weitreichenden Mobilitätsbeschränkungen aufgehoben und Reisen generell wieder möglich sein würden. Die von der Regierung geschnürten Maßnahmenpakete zur Rettung von Unternehmen würden für andere Branchen hilfreich sein, nicht aber für Reisebüros und Reiseveranstalter, da eine Normalisierung der Reiseströme noch viele Monate dauern wird und mit Einnahmen in naher Zukunft nicht zu rechnen sei. Leider wurden die unzähligen Hilferufe von der Branche wie etwa vom Österreichischen Reiseverband (ÖRV), vom Österreichischen Verein für Touristik (ÖVT) und auch von allen Fachmedien nach einem Schutzschirm für die österreichische Reisewirtschaft bis dato ungehört verhallen, so Egger.


Dank für "bedingungslosen Einsatz"

„Mein Team ist seit Beginn der Krise vom Homeoffice aus rund um die Uhr im Einsatz gewesen, um unsere Kunden aus allen Teilen der Welt heimzuholen und Stornierungen abzuwickeln. Für diesen bedingungslosen Einsatz möchte ich mich von Herzen bedanken“, so Egger.