Ecoduna: Algen-Industrie geplant. Die Firma Ecoduna baut in Bruck an der Leitha ein Produktionszentrum zur Algenzucht. Die Pflanzen sollen vorerst als Nahrungsmittelergänzungen auf den Markt gehen.

Von Gina Christof. Erstellt am 27. Oktober 2014 (06:01)
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Die Algen werden in einem geschlossenen System permanent optimal mit Licht und Nährstoffen versorgt. Ecoduna

„Wir wollen eine große, indus trielle Anlage zur Algenzucht bauen“, erklärt Johann Mörwald, Geschäftsführer von Ecoduna. 2015 soll das derzeitige Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bruck an der Leitha zu einer Produktionsanlage ausgebaut werden.

Mit einem Investitionsvolumen von knapp 30 Millionen Euro soll die Anlage 2016 eröffnet werden. „Wir werden in der neuen Anlage rund 200 Tonnen Biomasse pro Hektar Algen und Jahr produzieren“, erklärt Mörwald. Zum Vergleich dazu: Ein Hektar Weizen bringt lediglich 3,5 bis 6 Tonnen Biomasse.

Doch warum steigen die Algen hier so gut aus? „Wir haben alle Prozesse optimiert“, erklärt Franz Emminger, Gründer und technischer Leiter von Ecoduna. So befinden sich die Algen in hoch aufgerichteten Panelen, in denen einerseits das Wasser ununterbrochen in Bewegung ist. Andererseits seien auch die Lichtversorgung sowie die Nährstoffzufuhr so geregelt, dass die Algen permanent optimale Bedingungen vorfinden, so Emminger. Genau dieser industrielle Aspekt der Algenzucht unterscheide Ecoduna auch von anderen Algenzuchtanlagen.

Algen-Biomasse hat Lebensmittelqualität

„Die hergestellte Algenbiomasse hat dann lebensmitteltaugliche Qualität“, sagt Johann Mörwald. Ziel sei somit, die Algen als Lebensmittel und als Nahrungsmittelergänzungen unter anderem an die Pharmazie weiterzuverkaufen. „Wir rechnen mit einem Umsatz von mindestens acht Millionen Euro pro Jahr“, prognostiziert Mörwald. Die zum Verzehr hergestellten Algen sind in jedem Fall sehr gesund. Die enthaltene Omega3-Fettsäure soll besonders Gehirn- und Herzleistung verbessern und unterstützen.

Rein wissenschaftlich gesehen sind Algen jedoch nicht nur als Lebensmittel zu gebrauchen. Auch als Treibstoff- und Energielieferanten haben sie großes Potenzial. „Würden wir beispielsweise zwei Prozent der Fläche von NÖ mit der Ecoduna-Anlage bebauen, so könnten wir so viel Sprit erzeugen, dass alle Niederösterreicher ihre typischen Verbräuche über Algentreibstoff abdecken können“, erklärt Mörwald.

Problem sei jedoch, dass für die Produktion von Algen als Bioenergie momentan die finanziellen Ressourcen fehlen würden: „Aber Algen als Bioenergie sind eines unserer Langzeitziele“, sagt Mörwald.

Alge auch als Reinigungsfilter möglich

Eingesetzt werden könnten Algen auch zur Bindung von CO und dem Klären von Wasser. „Wirtschaftlich macht das in Österreich aber derzeit keinen Sinn“, bedauert Mörwald. Da die Gesetzeslage hierzu nicht eindeutig sei, könne die Alge nach diesem Prozess hierzulande nur noch verbrannt werden. „In Dänemark haben wir allerdings eine Anlage, mit der wir das Prozesswasser eines großen Industriebetriebes reinigen“, sagt Mörwald. Die Algen würden dort dann als Fischfutter eingesetzt werden.

In Zukunft wolle Ecoduna noch größer werden. Geplant sei so die 2016 fertiggestellte Produktionsanlage bis zum Jahr 2017/18 mindestens zu verdoppeln.

Ein weiteres Ziel sei auch, Algen zur Krebstherapie herzustellen. Dies sei momentan sowohl aus finanziellen als auch aus technischen Gründen nicht möglich.