Ein Waldfonds soll die Wälder retten. Forstwirte können seit Montag Förderungen für Maßnahmen im Forst abrufen.

Von Eva Hinterer und Markus Glück. Erstellt am 03. Februar 2021 (00:54)
Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig, Landwirt Josef Eder, Felix Montecuccoli und Bauernbund-Präsident Georg Strasser bei der Besichtigung von schadhaftem Holz im Gemeindewald von Hofamt Priel.
Glück

Seit Jahren kämpfen Österreichs Waldbauern mit zunehmenden Schäden in den Wäldern. Alleine 2019 waren 62 Prozent der Holzernte Schadholz. Um den Waldbauern unter die Arme zu greifen, hat die Bundesregierung im Vorjahr die Einrichtung des Waldfonds beschlossen, der mit 350 Millionen Euro dotiert ist und kürzlich von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger vorgestellt wurde. Den Waldbauern stehen dabei direkt 200 Millionen Euro für sechs Maßnahmen (siehe Infobox unten) in den nächsten drei Jahren zur Verfügung.

Die restlichen Gelder fließen in Forschungsmaßnahmen für klimafitte Wälder, für Holzgas und Biotreibstoffe, in die Förderung der Biodiversität sowie in Maßnahmen zur verstärkten Verwendung von Holz, etwa am Bau. „Mit den Investitionen in die Forstwirtschaft bekommen Waldbauern Anreize, langfristig mehr in den Klimaschutz zu investieren“, erklärt Bauernbund-Präsident Georg Strasser bei einem Lokalaugenschein in einem schadhaften Waldstück im Bezirk Melk. Gerade im Waldviertel hat der Borkenkäfer den Wäldern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt.

Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst-Betriebe, lobt das Maßnahmenpaket: „Im Unterschied zu Förderungen in anderen Ländern ist dies kein Zuschuss zum Requiem für tote Wälder, sondern eine Unterstützung für aktive Waldbewirtschaftung.“