„Eine gute Beziehung“. Wien-Pendler / NÖ und Wien einigten sich auf eine gemeinsame Finanzierung von Park&Ride-Plätzen in NÖ. Per Vertrag wurde auch der Ausbau der Badener Bahn fixiert.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (17:34)
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Von Martin Gebhart

Besiegelt wurde es in einem direkten Gespräch zwischen VP-Landeshauptmann Erwin Pröll und SP-Bürgermeister Michael Häupl in Wien. Ausgearbeitet hatten es VP-Landesrat Karl Wilfing und SP-Vizebürgermeisterin Renate Brauner: Wien wird sich am Ausbau der Park&Ride-Plätze für Wien-Pendler finanziell beteiligen.

Die Spannungen zwischen den beiden Bundesländern wegen der Wien-Pendler, die von der Ausweitung der Parkpickerl-Zonen in der Bundeshauptstadt entstanden waren, haben zu einem konstruktiven Ergebnis geführt. NÖ wird die Park&-Ride-Plätze massiv ausbauen, Wien dabei 25 Prozent der Kosten übernehmen. Bei den Sofortmaßnahmen, die rund 1,5 Millionen Euro kosten, trägt Wien 375.000 Euro bei. Beim regulären Ausbauprogramm bis 2015 sieht die Situation folgendermaßen aus: Insgesamt sind 18,5 Millionen Euro notwendig. 50 Prozent zahlt die ÖBB. Von den 9,5 Millionen Euro, die auf NÖ entfallen, übernimmt Wien 2,3 Millionen Euro.

Erwin Pröll dazu: „Trotz aller Spannungsfelder ist das ein Ergebnis eines ausgezeichneten persönlichen und politischen Verhältnisses.“ Was Michael Häupl als „gute Beziehung“ deutlich unterstrich. Er will ja in der Stadt zusätzlich noch 4.000 neue Abstellplätze schaffen und gemeinsam mit den ÖBB die öffentlichen Verbindungen zwischen den beiden Bundesländern noch attraktiver machen.

Dazu zählt auch der Ausbau der Badner Bahn. Dort sind bis 2020 Investitionen in der Höhe von 270 Millionen Euro geplant, damit es künftig Verbindungen im 7,5-Minuten-Takt von Baden in die Wiener Innenstadt gibt.

Heftig kritisiert wurde der Pakt übrigens von NÖs SP-
Landeshauptmannstellvertreter Sepp Leitner. Er spricht von Enttäuschung für die Pendler, einem kleinen Schupfer statt eines großen Wurfes und dass die bundesländerübergreifende Verkehrspolitik nicht funktioniere. Aus Wien wollte man dazu keine Reaktion abgeben. Niederösterreichs VP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner spricht von Leitner-Luftblasen, während Pröll und Häupl Lösungen für die Pendler schaffen.

Die Maßnahmen

Für die Pendler wurden als Sofortmaßnahme in NÖ bereits zusätzlich 861 Stellplätze errichtet.

Bis Ende 2013 sollen noch rund 1.500 neue Stellplätze an den Pendlerrouten geschaffen werden.

Zusätzlich zu diesen Sofortmaßnahmen werden im Zuge des regulären Ausbauprogrammes bis Ende 2015 rund 2.230 neue Parkplätze zur Verfügung stehen.

Das Land verfügt bereits jetzt über rund 34.000 Abstellplätze für Vierradfahrzeuge und rund 22.000 Plätze für Zweiradfahrzeuge.