Eine Kläranlage für Prag. EVN-Tochter WTE baut in einem Konsortium eine unterirdisch gelegene Kläranlage für die Stadt Prag. Sie bietet eine Kapazität von rund 1,2 Millionen Einwohnern.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 08. Mai 2018 (01:47)
EVN
Auf dieser Baustelle in der tschechischen Hauptstadt Prag entsteht aktuell eine Kläranlage mit einer Leistung von rund 163.000 Kubikmetern pro Tag.

Eines kann man sich auf der Baustelle der EVN-Tochter WTE Wassertechnik auf der Insel Cisarsky in Prag ganz bestimmt: Verirren. In einem Labyrinth aus Beton, Stahl und Schalung entsteht hier nämlich eine Kläranlage für die Stadt Prag, die ein Konsortium aus vier Projektträgern, darunter eben die WTE, errichtet.

Schröder: „Es ist wenig, wenig Platz“

Eine Mammutaufgabe, denn: „Dieses Projekt ist das erste in dieser Größe, das wir errichten, das unterirdisch realisiert wird“, weiß Ralf Schröder, Sprecher der WTE-Geschäftsführung. Und: „Es ist wenig, wenig Platz.“ Die Anlage wird mit einer Kapazität von 1,2 Millionen Einwohnern errichtet – das entspricht einer Leistung von 163.000 Kubikmetern pro Tag. Gesamtkostenpunkt: Rund 250 Millionen Euro. Zu Spitzenzeiten waren auf der Baustelle bis zu 1.000 Personen gleichzeitig beschäftigt.

„Es ist eine der größten und wichtigsten Baustellen, die die EVN gerade hat“, erzählt Werner Casagrande, Geschäftsführer WTE. Zur Verdeutlichung: Hier werden 220 Kilometer Elektrokabel, 210 Pumpen, 31.000 Kubikmeter Beton und 25 Kilometer Rohrleitungen verlegt. Die besondere Herausforderung bei dieser Baustelle ist deren – bis auf ein Betriebsgebäude – unterirdische Lage.

Neue Anlage ist hochwassersicher

Der Grund: Eine bereits bestehende Kläranlage wurde einmal von einem Hochwasser geflutet. Die neue Anlage, die mit der alten gekoppelt werden soll, ist durch ihre unterirdische Lage hochwassersicher. „So kann verhindert werden, dass bei Hochwasser ungeklärtes Wasser in den Fluss kommt“, verdeutlicht Casagrande.

Über der Kläranlage soll ein Park als Naherholungsgebiet errichtet werden. Mitte September erfolgt die Übergabe, ein Jahr lang betreibt das Konsortium die Kläranlage danach noch weiter.

Die WTE ist eine 100-Prozent-Tochter der EVN mit Sitz im deutschen Essen und Spezialist im Kläranlagenbau: Rund 100 Kläranlagen hat das Unternehmen bereits fertiggestellt, darunter auch die Kläranlage Wien.