Einigung im Streit um Tullnerfeld-Halt. NEUE WESTBAHN / 42 Mal pro Tag soll der Regionalbahnhof ab 9.Dezember angefahren werden. Fahrgastprognosen werden nicht genannt.

Erstellt am 16. Juli 2012 (14:31)
NOEN, MARSCHIK
Der etwas abgelegene Bahnhof Tullnerfeld südwestlich von Tulln geht erst im Dezember in Betrieb.
VON HEINZ BIDNER

Der Streit, wie oft Züge im Regionalbahnhof Tullnerfeld mit Inbetriebnahme der neuen Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten ab 9. Dezember stehen bleiben sollen, ist beigelegt. Das verkündeten Landeshauptmann Erwin Pröll (VP), Verkehrsministerin Doris Bures (SP) und ÖBB-Chef Christian Kern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Zuvor wurde monatelang gefeilscht. Kritik gab es vor allem an den avisierten wenigen Zugsverbindungen. Nun sollen insgesamt 42 statt zehn Halte in beiden Fahrtrichtungen zwischen 5 und 21 Uhr eingeschoben werden. Für Pröll ist das eine Aufwertung der Region für Pendler und Betriebsansiedlungen.

Neben zehn Regionalexpresszügen, für die das Land NÖ laut Pröll pro Jahr rund 2 Mio. Euro hinlegen muss, werden die ÖBB mit 17 schnellen Zügen im Tullnerfeld Halt machen. Für letztere soll aber kein Geld fließen – „weder vom Bund noch vom Land“, sagt Bures. Die Strecke wäre eigenwirtschaftlich zu führen. Das gilt auch für den privaten ÖBB-Konkurrenten WESTbahn, der ebenfalls 15 Mal Halt machen wird. Markant: Bei den schnellen Zügen werden die ÖBB nur von Wien kommend in Richtung Salzburg Station machen – in der Gegenrichtung nur die WESTbahn. VOR-Zeitkarten werden bei beiden Anbietern gelten.

Wie viele Fahrgäste diesen neuen Halt an einem durchschnittlichen Werktag nutzen werden? „Einige Tausend“, meint ÖBB-Chef Kern auf längere Sicht. Genauere Prognosezahlen wollte bei der Pressekonferenz niemand nennen.