Arbeitnehmer blieb mehr Netto vom Brutto . Arbeitnehmern blieben 64 Euro mehr im Börserl. Grund ist die Steuerreform.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 12. Dezember 2017 (01:56)
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Das Bruttomedianeinkommen der Niederösterreicher lag 2016 bei 2.077 Euro. Damit liegt NÖ im Bundesländervergleich an fünfter Stelle. Spitzenreiter ist Vorarlberg

Die Einkommen der Niederösterreicher sind 2016 im Vergleich zu 2015 gestiegen. Sowohl was das Bruttomedianeinkommen angeht als auch den Nettobetrag, der den Arbeitnehmern auch im Börserl bleibt. Das ergab die Einkommensanalyse 2016 der Arbeiterkammer (AK) NÖ.

Das Bruttomedianeinkommen (die Hälfte der Einkommensbezieher liegt darüber, die andere darunter) der Niederösterreicher lag 2016 bei 2.077 Euro (+1,2 Prozent). Netto blieben den Arbeitnehmern dank Steuerreform um 64 Euro mehr übrig.

Große Unterschiede bei Geschlechtern

Probleme sieht AKNÖ-Präsident Markus Wieser vor allem für die unteren Einkommensniveaus. „Einkommensschwache Haushalte brauchen das Einkommen für die Grundversorgung.“ Gerade etwa die Kosten für Grundnahrungsmittel bei Diskontern seien aber in den vergangenen Jahren „davongaloppiert“.

Große Unterschiede gibt es nach wie vor bei den Einkommensniveaus von Männern und Frauen. Während das Bruttomedianeinkommen der Männer in NÖ 2016 bei 2.391 Euro lag (+ 0,8 Prozent), lag jenes der Frauen bei 1.611 Euro (+1,8 Prozent). Selbst bei hohen Einkommen verdienten Frauen noch immer um ein Viertel weniger als Männer.

Wieser verwies in der Debatte um eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei Kammern auf die funktionierende Sozialpartnerschaft im Land. Er sieht „eine oberflächlich geführte Debatte“. Wieser erneuerte die Forderung nach einer Bruttolohnerhöhung auf 1.700 Euro. Außerdem brauche es in Österreich „eine Entlastung des Faktors Arbeit“ und eine Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, etwa durch verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Analyse wurde auf Basis des Datenmaterials des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger erhoben. Dabei werden die Einkommen am Arbeitsort NÖ erhoben.