Eisenbahner-Protest für 38,5 Stunden-Woche. In Betriebsversammlungen ab 7 Uhr früh in ganz Österreicher haben am Mittwoch die Eisenbahner ihrer Forderung nach einer branchenweiten Arbeitszeitverkürzung für die 38,5-Stunden-Woche Nachdruck verliehen. Durch diese "Informationsveranstaltungen" standen aber nicht alle Räder still. Nur in Einzelfällen kam es zu Zugsausfällen im Regionalverkehr, teils wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Erstellt am 15. Mai 2013 (15:52)

Der Fernverkehr war nicht betroffen. Während die Eisenbahnergewerkschaft einen "Etappensieg" in den nun für 22. Mai vereinbarten Verhandlungen sieht, bleibt der Fachverband in der Wirtschaftskammer hart und lehnt kürzere Arbeitszeiten weiterhin ab.

Tausende Eisenbahner in allen Bundesländern seien über den Arbeitszeitkonflikt und den jüngsten Stand informiert worden, sagte der oberste Bahngewerkschafter, vida-Verkehr-Vorsitzender Roman Hebenstreit. Die Wirtschaftskammer kehre nun an den Verhandlungstisch zurück. Am 22. Mai soll nun mit dem Fachverband Schiene in der Wirtschaftskammer verhandelt werden.

"Wir begrüßen, dass der Sozialpartner nun an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Ich hoffe, dass die Wirtschaftskammer jetzt nicht versucht, Ergebnisse auf die lange Bank zu schieben. Eventuelle Protestmaßnahmen behalten wir uns deshalb weiterhin vor", betonte Hebenstreit.

Die Gewerkschaft pocht darauf, dass bereits im Gehaltsabkommen 2012/13 Verhandlungen mit der Gewerkschaft vida über eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 38,5 Stunden vereinbart worden seien. Die kürzere Arbeitszeit solle zur Entlastung der Beschäftigten sowie zur Neuverteilung und zur Schaffung von über 1.000 Arbeitsplätzen im Eisenbahnbereich genutzt werden. Die Gespräche seien aber nach zwei Gesprächsrunden von den Arbeitgebern abgebrochen worden. Die Gewerkschaft hat dies als einen Bruch des Gehaltsabkommens gewertet.

Der Fachverbandsobmann Schienenverkehr in der Wirtschaftskammer, Thomas Scheiber, hat sich weiter gegen eine Verkürzung der Arbeitszeit ausgesprochen. Die Betriebsversammlungen kritisierte er als "kontraproduktiv und nicht lösungsorientiert".