Elk setzt stärker auf gewerbliche Bauten. Fertighaus-Marktführer / Das Schremser Unternehmen will mit Hotels & Co. wachsen. Ein Konzernumbau ist im Gange.

Erstellt am 03. Juli 2013 (06:00)
NOEN, Dworak
Elk-Chef Erich Weichselbaum (l.) mit »Blaue Lagune«-Geschäftsführer Erich Benischek vor dem kürzlich neu eröffneten Musterhaus im Fertighauspark bei der SCS. Foto: Dworak
Von Heinz Bidner

„Modern, großzügige Raumgestaltung und ein vernünftiger Preis.“ So charakterisiert Erich Weichselbaum, Miteigentümer und Chef des Schremser Fertighausproduzenten Elk, die drei wichtigsten Trends in der Branche. Erst kürzlich eröffnete der heimische Branchenprimus ein neues energieeffizientes Musterhaus im Fertighauspark Blaue Lagune bei Wiener Neudorf.

Den Passivhaus-Markt bezeichnet er als in etwa gleichbleibend. Mit der Förderkulisse für willige Bauherren ist Weichselbaum in diesen Bereich zwar nicht unzufrieden, aber: „Mehr Förderungen würden mehr Häuser bedeuten.“

Als großen Wachstumsmarkt für Elk sieht er jedenfalls den gewerblichen Bereich, während der Bau von Einfamilienhäusern in etwa stabil bleiben werde. Im Vorjahr setzte das Unternehmen in Österreich knapp ein Viertel von 108 Millionen Euro mit dem Bau von Hotels, Motels, Schulen, Kindergärten, Wohnbauten oder Studentenheimen um.

In drei bis fünf Jahren sieht Weichselbaum beide Bereiche gleich groß. 100 bis 120 Millionen Euro sollen dann auf den gewerblichen Bereich entfallen. Weiter ausbauen will der Firmenchef zudem das internationale Geschäft. So ist man gerade in Frankreich auf der Suche nach einem Vertriebspartner.

Konzernumbau bis September geplant 

Hausintern laufen bei Elk Umbauarbeiten. Während die Wiener D.E.I.N. Haus Holding schon bislang als Eigentümergesellschaft von Elk fungiert, tauchen nun Gerüchte auf, wonach die Schremser Zentrale nach Wien abwandern könnte.

Zur geplanten Umstrukturierung des Konzerns möchte Weichselbaum zwar noch nicht viel sagen, „denn es müssen noch viele Dinge geprüft werden“. Im September werde es eine Entscheidung geben. So viel sei aber klar: Schrems bleibe Unternehmensze - trale und Produktionsstandort, ein Mitarbeiterabbau sei derzeit nicht geplant. „Im Prinzip wird sich nicht viel ändern“, meint Weichselbaum. Aber man müsse die Firma auf vernünftige Beine stellen, und dazu gehöre auch eine vernünftige Firmenstruktur.

Betriebswirtschaftlich schrieb die Schremser Elk Fertighaus AG in den letzten Jahren Gewinne, die jedoch unter der Millionengrenze lagen. Grund ist vor allem der Kauf der deutschen Bien-Zenker, der noch verdaut werden muss. „Wir hatten 60 Millionen Euro Schulden, von denen wir schon ein Drittel zurückgezahlt haben“, erklärt Weichselbaum.

Der Elk-Konzern beschäftigt in Europa über 1.500 Mitarbeiter – davon die Hälfte in Österreich – und setzte im Vorjahr 236 Millionen Euro um.