Zwentendorf an der Donau

Erstellt am 06. Dezember 2016, 00:04

von Walter Fahrnberger

Müll aus Rom landet in NÖ. EVN löst das Müllproblem in Italiens Hauptstadt. In der Verbrennungsanlage Dürnrohr wird der Abfall in Energie umgewandelt.

Bald wird der Müll aus der italienischen Hauptstadt Rom in der Verbrennungsanlage Dürnrohr in Energie für NÖ umgewandelt.  |  NOEN, EVN

Dass Italien Probleme mit den Müllbergen hat, ist keine Seltenheit. Aktuell kämpft die Hauptstadt Rom mit der Entsorgung des Abfalls, nachdem die größte Deponie in der Region geschlossen wurde. Und wie schon 2013 aus dem Süden Italiens, wird demnächst der Müll aus Rom nach Niederösterreich gebracht. Genauer gesagt in die Müllverbrennungsanlage der EVN nach Dürnrohr in der Gemeinde Zwentendorf (Bezirk Tulln).

Freie Kapazitäten ermöglichen dort Abnahme von bis zu 70.000 Tonnen Müll aus Italien. Die EVN bekommt von Italien nicht nur Geld dafür. In der Verbrennungsanlage wird daraus auch noch Energie für Niederösterreich erzeugt.

"Heimischer Müll hat immer Vorrang"

„Unsere Anlage ist für das niederösterreichische Müllaufkommen maßgeschneidert. Und der heimische Müll hat auch immer Vorrang. Doch auch weil der Vertrag mit Süditalien im Herbst geendet hat, können wir den Müll aus Rom abnehmen“, betont EVN-Sprecher Stefan Zach. Rund 500.000 Tonnen Haus- und Sperrmüll werden in Dürnrohr jährlich verbrannt. Mit der daraus gewonnenen Energie können 170.000 Haushalte in NÖ versorgt werden. In der Müllverbrennungsanlage sind 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Kritik der Umweltorganisation Greenpeace am Mülltourismus von Italien nach Österreich weist der EVN-Sprecher zurück: „Würde der Müll in Rom verrotten, entsteht vor allem Methan, das für die Umwelt 21 Mal schädlicher ist als CO .“

Der Transport erfolgt zudem umweltfreundlich mit der Bahn. Die ersten Container werden Mitte Dezember in Zwentendorf anrollen.