Entspannung nach abgesagtem Fluglotsenstreik. Nach der kurzfristigen Absage des Fluglotsenstreiks ist der Flugverkehr in Deutschland am Dienstag weitgehend störungsfrei geblieben. Die zuvor auf die Folter gespannten Passagiere konnten aufatmen und ihre Reisepläne umsetzen. Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung (DFS) wie auch die Lufthansa berichteten nur von vereinzelten Verschiebungen, die teils auf Sonderflugpläne zurückzuführen waren.

Erstellt am 09. August 2011 (14:37)

Nach der kurzfristigen Absage des Fluglotsenstreiks ist der Flugverkehr in Deutschland am Dienstag weitgehend störungsfrei geblieben. Die zuvor auf die Folter gespannten Passagiere konnten aufatmen und ihre Reisepläne umsetzen. Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung (DFS) wie auch die Lufthansa berichteten nur von vereinzelten Verschiebungen, die teils auf Sonderflugpläne zurückzuführen waren.

Nach Mitternacht und damit keine sechs Stunden vor dem geplanten Streikbeginn hatte die DFS den Schlichter angerufen und damit eine sofortige Friedenspflicht der Lotsen ausgelöst. Zuvor hatten die Arbeitsgerichte in Frankfurt in zwei Instanzen die von der DFS angegriffenen Streikziele der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für rechtmäßig erklärt. Viele Passagiere verfolgten die Ereignisse in der Nacht und zeigten sich am Reisetag erleichtert. Sie kritisierten beide Seiten für die lange Ungewissheit.

Als Schlichter agiert der Münchner Arbeitsrechtler Volker Rieble, der nun eine Woche Zeit hat, einen ersten Termin mit den Streithähnen zu vereinbaren. Die Schlichtung wird nach Einschätzung beider Seiten mindestens vier Wochen dauern, sodass für die Ferien mit keinen weiteren Aktionen mehr zu rechnen ist.

Wie ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport berichtete, war am Morgen alles "fast normal, abgesehen von einigen Ausreißern". Bei den "Ausreißern" handele es sich um 30 bis 40 Flüge, die am Montag von den Fluggesellschaften aus der angekündigten Streikzeit zwischen 06.00 und 12.00 Uhr herausverlegt worden seien. Auch in München hieß es: "Bei uns läuft alles weitgehend nach Plan." Lediglich ein Dutzend Maschinen vor allem aus Übersee seien von der Streikankündigung betroffen und würden nun mit Verspätungen landen, sagte ein Flughafensprecher.

Die DFS hält trotz ihrer Niederlage vor den Arbeitsgerichten weiterhin eine zentrale Forderung der Gewerkschaft für rechtswidrig, wie Sprecher Axel Raab betonte. Es geht um mehrere hundert meist leitende Posten in der Flugsicherung, für welche die GdF ausführliche Qualifikationsmerkmale vorgeschlagen hat. Für die Jobs will sie etwa lange Berufserfahrungsfristen festschreiben. Die Flugsicherung sieht darin einen Eingriff in ihre unternehmerische Freiheit.