Trockenheit: Ernteeinbußen erwartet . Trockenheit beschert heuer eine schlechte Ernte. Verschiedene Maßnahmen sollen helfen.

Von Magdalena Binder. Erstellt am 05. September 2017 (04:00)
In ganz NÖ gibt es heuer große Einbußen bei der Erdäpfelernte. Lediglich kleinregional kann es etwas besser sein.
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Der Großteil, nämlich 84 Prozent, der österreichischen Gesamtproduktion an Erdäpfeln kommt aus NÖ. Durch ständig wiederkehrende Hitzewellen in diesem Sommer und geringe Niederschläge fällt die Erdäpfelernte in diesem Jahr allerdings überschaubar aus. „Wir rechnen heuer mit bis zu 40 Prozent weniger Ertrag. Eine Versorgung der Marktlage geht sich knapp aus“, sagte Franz Wanzenböck, Obmann der Interessengemeinschaft Erdäpfelbau (IGE). Zum Vergleich: Im Vorjahr ist die Ernte sogar um 65 Prozent gestiegen.

Besonders stark hat es die Bezirke Hollabrunn und das nördliche Korneuburg im Weinviertel getroffen sowie die Bezirke Waidhofen an der Thaya und Gmünd im nördlichen Waldviertel. Dort dürfte die Erdäpfelproduktion um bis zu 50 Prozent geringer ausfallen. Etwas besser ist es in den Regionen, die beregnet werden können, also im Marchfeld und im Raum Stockerau beziehungsweise Tulln. Im Bezirk Zwettl werden die Erträge unterschiedlich ausfallen – es gibt sehr schlechte und gute Regionen. Die Qualität ist aber wie immer sehr gut, versichert Wanzenböck. Einziger Unterschied: Die Salatkartoffel „Ditta“ ist heuer runder als sonst. Und: Der Preis pro 100 Kilo liegt heuer bei 20 Euro.

Heimisch gezüchtete Sorten haben grundsätzlich den Vorteil, besser mit unserem Klima zurechtzukommen als ausländische. In der einzigen Kartoffelzucht Österreichs, in Meires im Waldviertel, wird ständig daran geforscht, diese Sorten noch widerstandsfähiger zu machen.  „Wir müssen uns auf die extremen Wettersituationen in Zukunft einstellen. Züchtungen müssen standortgerechter, hitze- und trockenheitsresistenter sein als bisher“, so Franz-Stefan Hautzinger, Verwaltungsratsvorsitzender der AMA. Auch der Bodenaufbau spiele dabei eine wichtige Rolle.

Zusätzlich wird aktuell eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, wie man Donauwasser zur Bewässerung von Feldern auch in die Regionen im Waldviertel bringen kann. Zurzeit gibt es ein derartiges System nur im Weinviertel. Es handle sich um ein Megaprojekt, das aber notwendig sein wird, um auch in Zukunft Liefersicherheit gewährleisten zu können und die Lebensmittelversorgung sicherzustellen, so Hautzinger.