Rekordjahr für den Wohnbau in Niederösterreich. 2020 wurden 7.900 Wohneinheiten fertiggestellt. Hohe Nachfrage in Wr. Neustadt, Mödling und St. Pölten.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:51)
Auf die Grafik klicken, um sie in voller Auflösung zu betrachten
Quelle: EXPLOREAL; Foto: Kwangmoozaa/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Wenn es um Wohnbau geht, gibt es viele Meinungen und Umfragen, aber nur wenig Handfestes. Diese Lücke schließt nun eine vom Wirtschaftskammer-Fachverband Immobilien gemeinsam mit Exploreal erarbeitete Studie, die auf Basis der Bauträgerdatenbank und des Grundbuchs erstellt wurde. Das Ergebnis: Die Nachfrage nach Wohnraum außerhalb von Wien ist coronabedingt im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Gesucht werden vor allem Wohneinheiten mit Freiflächen oder Balkonen – die aber zugleich über eine gute Verkehrsanbindung verfügen.

„Es hat sich im vergangenen Jahr auf dem Immobilienmarkt sehr viel bewegt“, betont Johannes Wild, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Niederösterreichs. 7.900 neue Wohnungen wurden fertiggestellt – so viele wie noch nie. Trotz der hohen Nachfrage werden es 2021 deutlich weniger sein – und zwar 6.200. Von der Entwicklung profitieren vor allem Gemeinden im Wiener Umland, im Zentralraum und in der Südbahn-Region. Hier sinkt auch der Anteil der gemeinnützigen Bauträger, die freifinanzierten Wohnungen werden mehr.

Noch kann von "gesundem Wachstum" ausgegangen werden

Im Detail zeigt sich, dass die Wohnbau-Tätigkeit regional sehr unterschiedlich ist. Die meisten Wohnungen sind in der Stadt Wiener Neustadt in Planung. Auf Platz zwei folgt der Bezirk Mödling, erst auf Platz drei St. Pölten, die größte Stadt Niederösterreichs. Zu viele Wohnungen, wie im Gemeinderatswahlkampf behauptet, werden in der Landeshauptstadt also nicht gebaut, betont Georg Edlauer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien– und Vermögenstreuhänder Österreichs: „Bezogen auf Bevölkerungswachstum und Wohnungsbestand kann noch von gesundem Wachstum ausgegangen werden.“

Dass in Wiener Neustadt mehr Wohnungen als in St. Pölten geplant werden, ist auch eine Folge der stärkeren Wachstumsprognose für die zweitgrößte Stadt – und der gegenwärtig geringeren Zahl an verfügbaren Wohnungen.

Am anderen Ende der Skala liegt das Waldviertel. Sieht man von der kleinen Statutarstadt Waidhofen/Ybbs im Mostviertel ab, bilden die Bezirke Zwettl, Gmünd und Waidhofen/Thaya die Schlusslichter.